Was gibt's Neues im hsi?

1. Mehr Kontinuität und mehr Variation: hsi Sommerintensivkurse in neuem Design
Seit Mitte der 1980er Jahre finden in Heidelberg systemische Sommer-Intensivkurse statt – anfangs unter dem Dach des Stierlin´schen Hauses, später u.a. auf einem Schiff, seit 2003 in der Villa Schmeil. Im Jahr 2017 führen zwei der Kursgruppen in die Systemische Therapie ein – morgens in einer kontinuierlichen Gruppe, nachmittags mit Wahlangeboten. Die dritte Kursgruppe führt in Systemische Supervision und Mediation sowie Coaching und Organisationsentwicklung ein. Das Spektrum der nachmittäglichen Workshops im Bereich Therapie/Beratung reicht von Genogrammarbeit und Organisationsaufstellungen bis zu Eltern-Kind-Therapie, Familien und körperliche Krankheit oder Flüchtlingsunterstützung. Die nachmittäglichen Workshops im Bereich Supervision und Mediation sowie Coaching und Organisationsentwicklung befassen sich mit philosphischen, methodischen und gesundheitspolitischen Fragen.

 

2. Neue SYMPA Trainings in vielen Teilen der Republik
 – Mönchengladbach, Bielefeld, Holzminden, Haar bei München
Nach dem Abschluss von SYMPA-Grundkursen in Wangen im Allgäu sowie Haar bei München finden ab 2017 neue Grundkurse an gleich drei nordrhein-westfälischen „Tatorten“ statt: in der Rheinischen Landesklinik Mönchengladbach; in den von Bodelschwingh´schen Anstalten in Bethel bei Bielefeld; und in der Albert-Schweitzer-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Holzminden an der Weser. Bemerkenswert ist, dass frühere TeilnehmerInnen der SYMPA Weiterbildung 2003 bis 2009 in Paderborn, insbesondere der frühere Paderborner Chefarzt PD Dr. Bernward Vieten und die Psychiatrie-Fachkrankenschwestern Sabine Schmitz und Elke Vorbringer, dort inzwischen einen großen Teil der Lehre tragen. Für die Psychiatrie von Menschen mit geistiger Behinderung findet nach Abschluss eines zweijährigen Forschungsprojektes jetzt in Haar bei München ein Aufbaukurs für AbsolventInnen des Grundkurses 2014 bis 2016 statt, an dem auch KollegInnen aus Behinderteneinrichtungen gemeinsam mit Psychiatriemitarbeitern lernen.

 

3. Innovation kommt in die Jahre: 10 Jahre SysTelios-Gesundheitszentrum
Das SysTelios-Gesundheitszentrum in Wald-Michelbach (OT Siedelsbrunn) mit seinen Prinzipien von hypnosystemischer Kompetenzentfaltung und gesundheitsförderlicher „organisierter Selbstorganisation“ besteht im Sommer diesen Jahres schon 10 Jahre. Der „Geburtstag“ wird im Rahmen des Würde-Symposiums (29.9. bis 01.10.2017) in Siedelsbrunn gefeiert. Als Gast ist der Gemeinwohlexperte Christian Felber eingeladen. Ständiges Bindeglied zwischen dem hsi und SysTelios ist unsere Lehrtherapeutin Mechthild Reinhard.

 

4. Filmpremiere SATU-HELM-Beziehungsweisen 
Im vergangenen Jahr gab es mehrere Veranstaltungen, die die gemeinnützige Genossenschaft „Beziehungsweisen BZW e.G.“ u.a. zusammen mit dem hsi organisiert hat: ein Fest im Deutsch-Amerikanischen Institut DAI zum 90. Geburtstag von Helm Stierlin sowie die Premiere im Programmkino in Hemsbach/Bergstrasse des knapp 90 minütigen Dokumentarfilms SATU – HELM – Beziehungsweisen. Der Film zeigt sehr ehrlich und bewegend, wie die Pioniere der Systemik „Bezogene Individuation“ im vorgerückten Alter leben. Er wird gerade bei diversen Dokumentarfilm-Festivals eingereicht und eine DVD mit viel Bonusmaterial ist im Entstehen. Im diesjährigen Sommer-Intensivkurs wurde er erstmalig in voller Länge im Beisein von Helm und Satuila Stierlin im hsi  gezeigt.

 

5. Internationale Systemische Forschungstagung
Bei der „International Systemic Research Conference“, Heidelberg vom 08. bis 11. März 2017, konnten Tagungsleiter Jochen Schweitzer und Matthias Ochs über 450 TeilnehmerInnen aus aller Welt begrüßen – neben vielen Europäern, Nordamerikanern und Chinesen auch einzelne TeilnehmerInnen aus Armenien, Australien, Südafrika und Lateinamerika. Das Besondere waren diesmal thematische Ausweitungen zum Dialog mit anderen Therapieschulen, (insbesondere mit Psychoanalyse und Humanistischer Therapie), zur „Great Psychotherapy Debate“ über die Frage „Was wirkt: die Methode oder die Person?“; zur Beratung in gesellschaftspolitischen Konfliktzonen wie kollektive und nationale Traumata, Flüchtlingsströme und Klimawandel sowie kritische Diskussionen über die Rolle neurobiologischer Forschung und psychiatrischer Diagnosesysteme für die Systemische Therapie. Aus der Organisationsentwicklung standen Themen wie moderne Führungsstile, organisationales Lernen und Change Prozesse sowie die Rolle von Emotionen im Unternehmen im Mittelpunkt, aus der sozialen Arbeit deren Komplexität. Der gemeinsame Forschungspreisträger von DGSF und SG wurde geehrt, eine neu gestaltete Forschungs-Homepage „gelauncht“.

 

6. Das hsi wird emotional: Fokus auf emotionsfokussierte Therapie
Im März 2017 gab es, vom hsi organisiert, zwei Post-Kongress-Seminare mit amerikanischen Referenten über emotionsfokussierte Therapie, speziell für Paare und Familien, die hervorragend besucht waren – mit EFT-Pioneer Leslie Greenberg, und dem deutschstämmigen Familientherapie-Professor Volker Thomas. Volker Thomas bietet im Anschluss an diese Erstveranstaltung eine kompakte Fortbildung (100 Stunden) in deutscher Sprache über emotionsfokussierte Therapie an. Die Fortbildung findet in der Praxis von Rüdiger Retzlaff, Im Weiher 12, Heidelberg-Handschuhsheim statt. Volker Thomas war u.a. Präsident der American Family Therapy Academy (AFTA).

 

7. Armut, Würde und Gerechtigkeit: DGSF-Fachgruppe zu Gast im hsi
Im Januar 2017 tagte die neugegründete und am Tagesende neu benannte Fachgruppe „Armut – Würde – Gerechtigkeit“ im hsi. Sie befasst sich mit dem jetzigen „Hartz IV“ – System und damit, wie eine würdevolle Armutssicherung aussehen kann. Die nationale Armutskonferenz, das Bündnis „Grundsicherung für Kinder“, die Debatte über ein bedingungsloses Grundeinkommen und die Praxis der Jobcenter gehören zu ihren Themen (mehr dazu unter www.dgsf.org/ueber-uns/gruppen/fachgruppen/armut).

 

8. Neues zur kassenrechtlichen Anerkennung der Systemischen Therapie
Das hsi beteiligt sich weiterhin intensiv an den Bestrebungen der systemischen Fachverbände zur Anerkennung der ST bei den gesetzlichen Krankenkassen. Auf den im August 2016 veröffentlichten 800 Seiten umfassenden Zwischenbericht des Prüfgremiums Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWIG) antworteten SG und DGSF mit einer wissenschaftlichen Stellungnahme, die von Rüdiger Retzlaff mitverfasst wurde. Bei der Anhörung im November 2016 vertrat Rüdiger Retzlaff zusammen mit Ulrike Borst und Kirsten von Sydow die Position der Systemischen Therapie. Der Einsatz der vergangenen zwölf Jahre scheint Früchte zu tragen! 

 

9. Leben.Lieben.Arbeiten: Systemisch beraten – Neue Buchreihen bei Vandenhoeck & Ruprecht
Arist von Schlippe und Jochen Schweitzer starten ab 2017 mit der Herausgabe einer neuen Buchreihe bei Vandenhoeck & Ruprecht, dem Verlag ihrer Lehrbücher. Das Besondere: alle Bände werden sehr kurz sein (so lang wie zwei Zeitschriftenaufsätze) und sehr praxisnah, immer mit drei Fallbeispielen illustriert, die systemische Beratung bei alltagsnahen Problemen demonstrieren. Erste Buchthemen werden „Familienleben mit Hartz IV“, „Navigieren im Dilemma. Wege aus beruflichen Zwickmühlen“, „Trauer“ und „Elterncoaching“ sein.

 

10. Neue Bücher von hsi-LehrtherapeutInnen
Julika Zwack ist mit Ulrike Bossmann Co-Autorin des Buches über Dilemma-Management, ein Thema, über das beide derzeit in der Sektion Medizinische Organisationspsychologie am Universitätsklinikum Heidelberg forschen. Von Jochen Schweitzer, Christina Hunger-Schoppe und Rebecca Hilzinger erscheint im Carl-Auer Verlag GmbH „Systemische Therapie mit sozial ängstlichen Erwachsenen“ – auch dies Ergebnis eines Heidelberger Forschungsprojektes, bei dem die Wirksamkeit von Systemischer Therapie mit der von Kognitiver Verhaltenstherapie in einem randomisiert kontrollierten Setting verglichen wurde und sehr gute Ergebnisse erzielte. In dem Buch „Die Kunst der erfolgreichen Führung – 100 Impulse von 13 klugen Köpfen“ (Haufe 2017) ist Mechthild Reinhard einer der klugen Köpfe. Sie äußert darin zusammenfassend, wie aus ihrer Sicht Gesundheit und Organisation von Selbstorganisation „führend“ zusammenhängen.

 

11. hsi-Weiterbildungsabsolventin ist erste Psychiatrie-Fachärztin in Deutschland mit Erstverfahren „Systemische Therapie“
Mit Maria Klocker, österreichische Ärztin mit Kliniktätigkeiten in der Schweiz und in Deutschland, hat im September 2016 erstmals eine Ärztin ihre Facharztweiterbildung für Psychiatrie und Psychotherapie mit dem Erstverfahren Systemische Therapie abgeschlossen (mehr dazu unter www.dgsf.org/Meldungen/21.02.2017). Sie hat ihre systemische Weiterbildung am hsi absolviert.