Was gibt es Neues im hsi?

  1. Sommerintensivkurswoche
  2. Systemische Tankstelle
  3. Das hsi in der Hochschullehre
  4. Renovierungsarbeiten
  5. Ehrungen
  6. Andrea Ebbecke-Nohlen von der Weltreise zurück
  7. Neue Publikationen
  8. Systemisch lehren in China
  9. Systelios-Klinik
  10. Alumnae und Alumni am hsi
  11. Supervisionen überregional
  12. Forschungsprojekte und Studienaufenthalte
  13. Was passiert in den Systemischen Verbänden?

1. Sommerintensivkurswoche

Die Sommerintensivkurswoche erhält ein neues Gesicht. Wie gewohnt geben die hsi LehrtherapeutInnen für Interessierte und Schnupperwillige fünf Tage Einblick in die Grundlagen der systemischen Therapie und Beratung. Neu ist, dass wir anstelle der bisherigen Sommer-Intensiv-Aufbaukurse, in derselben Woche für erfahrene SystemikerInnen einen zweitägigen Workshop zur Supervision ihrer Fälle anbieten. Zum Vortrag und zum Sommerfest am Donnerstag der Sommerintensivkurswoche sind selbstverständlich alle eingeladen, und wir freuen uns, wenn die „systemischen Greenhorns“ und die „alten Hasen“ sich gewinnbringend austauschen können.

2. Systemische Tankstelle

Systemisch auftanken wird ab sofort bei uns möglich! Erfahrene SystemikerInnen arbeiten schon seit Jahren erfolgreich in Kliniken, Psychiatrien und Beratungsstellen, in Jugendhilfeeinrichtungen und Schulen, in Betrieben und Ämtern. Nach einiger Zeit entsteht bei vielen ehemaligen WeiterbildungsteilnehmerInnen der Wunsch, sich wieder mit systemischen Ideen aufzutanken. Manche wollen systemische Supervisionsideen für ihre Fälle mit nach Hause nehmen, andere wollen sich einfach mal wieder hsi Wind um die Nase wehen lassen, um systemisch gestärkt an ihre Arbeit zurückzukehren. Wir werden daher ab 2013 zwei “Auftankmöglichkeiten” anbieten. Im Frühjahr und im Herbst werden wir jeweils ein zweitägiges Supervisionsangebot machen, das ausschließlich für hsi AbsolventInnen gedacht ist, die daran interessiert sind, systemische Kompetenzen aufzufrischen.

3. Das hsi in der Hochschullehre

Eine Ringvorlesung "Einführung in die systemische Therapie und Beratung" im Wintersemester 2011/2012, mit Jochen Schweitzer, Julika Zwack, Elisabeth Nicolai, Andrea Ebbecke-Nohlen, Gunthard Weber, Rüdiger Retzlaff und Gunther Schmidt als Vortragende, fand mit jedesmal 100-150 ZuhörerInnen lebhaften Zuspruch von Studierenden wie auch von Praktikern. Die Reihe wird als "Praxis der Systemischen Therapie und Beratung" im Sommersemester fortgeführt, dann mit Carmen Kindl-Beilfuß, Mechthild Reinhard, Angelika Eck, Hans Rudi Fischer, Ansgar Röhrbein und Jochen Schweitzer. Alle Vorlesungen liegen mittwochs von 20.00 bis 21.30 Uhr, 14-tägig, im Institut für Medizinische Psychologie, Bergheimer Str. 20, 69115 Heidelberg.

Die Einheit zwischen therapeutischer Praxis und wissenschaftlicher Arbeit der Universität schreibt dank Carmen Kindl-Beilfuß und KollegInnen in Magdeburg bereits 13 Jahre Erfolgsgeschichte. Studierende lieben diese gelungene Verbindung zwischen Wissenschaft und Praxis. In praxisnahen Vorlesungen und Seminaren folgen sie den Spuren von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen auf ihrer Suche nach Lebenszufriedenheit, psychischer Gesundheit und gelingenden Beziehungen. Dadurch starten die jungen KollegInnen bereits mit Kernkompetenzen systemischer Therapie und Beratung in ihr Berufsleben.

4. Renovierungsarbeiten

Im vergangenen Jahr wurde die Villa Schmeil 100 Jahre alt. Wir haben unser Domizil seit 10 Jahren in diesem stilvollen Haus und viele KursteilnehmerInnen konnten mit uns die Atmosphäre des Hauses und der Gartenanlage genießen. Im vergangenen März haben wir uns an umfangreiche Renovierungsarbeiten gemacht, mit der Idee, zum Sommer würde das Haus in neuem Glanz erstrahlen. Zeitlich kam alles anders – aber schließlich zu unserer vollsten Zufriedenheit. Nach einem Jahr - im März 2012 - sind wir (fast) fertig und freuen uns über den frischen Glanz des schönen alten Hauses: das Parkett hat einen neuen Schliff, den Wänden haben wir Farbe verliehen, die Cafeteria grunderneuert. Der ehemalige Holperweg ist in eine leicht begehbare und gut beleuchtete Zufahrt verwandelt und wir werden weitere Neuerungen folgen lassen.

5. Ehrungen

Gunther Schmidt wurde 2011 mit dem „Life Achievement Award der Weiterbildungsbranche“ ausgezeichnet. Dieser Preis ist die höchste Würdigung in der Branche. Er wird vergeben vom Dachverband der Weiterbildungsorganisationen (DVWO), der German Speakers Association e.V., dem Manager Seminare Verlag, dem Gabal Verlag, dem Didacta-Verband und der Vereinigung „Speakers Excellence. Er ehrt jeweils das Werk eines Ausbilders, Trainers, Autors, Speakers, Wissenschaftlers und wurde 2011 zum fünften Mal vergeben. Vor Gunther Schmidt erhielten Nikolaus B. Enkelmann, Lothar Seiwert, Friedemann Schulz von Thun und Wolfgang Mewes die Auszeichnung.

Gunther Schmidt erhielt den Preis u.a. für die Entwicklung des hypnosystemischen Ansatzes für Beratung und Therapie, für seine internationale Tätigkeit als Therapeut, Berater, Ausbilder, Coach und Organisationsberater und für seine zahlreichen Veröffentlichungen (Bücher, Audio-und Video-Seminare etc.).

Der Gründerin der Deutsch-Chinesischen Akademie für Psychotherapie Margarete Haass-Wiesegart wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen.

6. Andrea Ebbecke-Nohlen von der Weltreise zurück

Nach Sabbatjahr und Weltreise 2011 ist Andrea Ebbecke-Nohlen wieder im hsi zurück. Erneut unterwegs zu sein und rund um den Globus ihr bislang unbekannte Kulturen kennen zu lernen, eröffneten ihr viele neue Perspektiven und bereicherten ihre Methode des kontinuierlichen Perspektivenwechsels. Die erweiterten internationalen Erfahrungen fügen sich nahtlos an ihre Aktivitäten als Lehrtherapeutin in europäischen Ländern (Italien, Österreich, Polen, Schweiz, Spanien) und im außereuropäischen Ausland (Argentinien, Chile, Uruguay) an.

7. Neue Publikationen

Neu erschienen ist 2011 bei Carl Auer Systeme Verlag die "Einführung in die systemische Wirtschaftstheorie" von Fritz B. Simon.

Im Frühjahr 2012 erscheinen bei Vandenhoeck und Ruprecht das "Handbuch Forschung für Systemiker", herausgegeben von Matthias Ochs und Jochen Schweitzer, sowie die komplette Neubearbeitung des "Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung" von Arist von Schlippe und Jochen Schweitzer. Das 100.000 mal verkaufte Exemplar dieses Lehrbuches wurde am 13. Februar 2012 mit einem Sektumtrunk im hsi gefeiert, in Anwesenheit von Arist von Schlippe und Günter Presting vom Verlag Vandenhoeck und Ruprecht.

Das neue Buch von Carmen Kindl-Beilfuß erscheint 2012 im Carl Auer Verlag. Es ist eine Reise durch das "Wunderland" systemischer Interventionen und lädt ein, eigene Kreativität zu entdecken und in die Vielfalt von Gesprächsabschlüssen, verschenkten Symbolen und liebevoll gestellten Aufgaben einfließen zu lassen.

“Wirksamkeit der systemischen Therapie”

Nach der positiven Resonanz der European Family Therapy Association und der American Family Therapy Academy auf die Expertise zur Wirksamkeit der systemischen Therapie erscheint es sinnvoll, die Ergebnisse auch international publik zu machen. Rüdiger Retzlaff hat deswegen seit Sommer 2010 - unterstützt von Jochen Schweitzer und engagierten Doktoranden - die Wirksamkeitsnachweise zur systemischen Therapie mit Kindern und Jugendlichen für die Jahre 2004-2010 nachrecherchiert, u.a. unter Einbeziehung chinesischer Studien. Aus diesem umfangreichen Material wurden mit Kirsten von Sydow, Stefan Beher und Markus Haun zwei englischsprachige Übersichtsarbeiten erstellt.

8. Systemisch lehren in China

Ansgar Röhrbein, Rüdiger Retzlaff, Elisabeth Nicolai, Mechthild Reinhard haben die Tradition des hsi fortgesetzt, systemisches Denken und Handeln nach China zu tragen.

Unsere 2-jährige Zhong de Ban (deutsch – chinesische Klasse) ging mit dem vierten Ausbildungsblock erfolgreich zu Ende, an dem 50 PsychiaterInnen und PsychotherapeutInnen aus allen Teilen Chinas teilgenommen haben. Systemisches Denken stößt bei den chinesischen KollegInnen auf großes Interesse und Offenheit. Der Austausch über kulturelle Unterschiede und die Grenzen unserer Vorstellungen von familiärer Kommunikation waren eben so interessant und spannend wie die Entdeckung mancher universeller Themen in Familien.

Die DCAP plant eine Fortsetzung der Weiterbildung der chinesischen AbsolventInnen als Blocksupervisionen. Die konzeptionelle Arbeit dazu werden Rüdiger Retzlaff und Elisabeth Nicolai weiter begleiten. Elisabeth Nicolai wurde 2011 als Mitglied in die DCAP (Deutsch Chinesischen Assoziation of Psychotherapy) aufgenommen.

9. Systelios-Klinik

Die SysTelios-Klinik für Psychotherapie und psychosomatische Kompetenzentfaltung in Siedelsbrunn, gegründet von Gunther Schmidt, Mechthild Reinhard und Carsten Till, hat seit September 2011 ihre Bettenkapazität verdreifacht. Sowohl das einzigartige hypnosystemische Grundkonzept als auch die besondere Organisationsstruktur- und kultur sprechen sich im wahrsten Sinne des Wortes herum. Die Nachfrage war und ist derart hoch, dass eine Erweiterung notwendig wurde. Das multiprofessionelle Team von über 100 Mitarbeitern gestaltet dort einen "gesundheitsförderlichen Wechselwirkraum". In ihm sollen Begriffe - wie Organisation der Selbstorganisation, flache Hierarchie, Kooperation auf Augenhöhe zwischen Mitarbeitern und Klienten, Vertrauen ins Vertrauen, Auswirkungsbewusstheit, Nachhaltigkeit, Nutzung der Weisheit unwillkürlicher Prozesse in einem lebenden System - gelebt und damit begreifbar werden. Der lichtdurchflutete offene Neubau wirkt dafür wie ein optimaler Rahmen, um genau diese Prozesse zu ermöglichen. Die Klinik ist für die Pilotphase des neuen Nutzungsprofils „Gesundheitsbauten“ bei der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) angemeldet und wird nach Abschluss des Zertifizierungsprozesses einer der ersten Gesundheitsbauten mit DGNB-Siegel in Deutschland sein.

10. Alumnae und Alumni am hsi

Wo sind denn eigentlich die Leute hin, mit denen man ehedem systemisches Neuland begeistert, verstört, angeregt oder skeptisch diskutierend, betreten hat? Mit manchen möchte man sich doch ab und zu mal treffen, möchte wissen, was aus ihnen geworden ist, wo sie inzwischen arbeiten und wie man sich mit ihnen eventuell auch vernetzen kann.

AbsolventInnen aller hsi Curricula können Mitglieder des neuen Alumnivereins werden.

11. Supervisionen überregional

Life Supervisionen haben für alle Beteiligte eine hohe Qualität, aber sie sind z. T. wegen der räumlichen Entfernungen nicht leicht zu realisieren. Daher wird es ab 2013 zwei weitere Standorte - im Nord-Westen und im Nord-Osten Deutschlands – geben, an denen sich interessierte WeiterbildungsteilnehmerInnen vorwiegend mit ihren KlientInnen, aber auch ohne KlientInnen zu einzelnen Terminen anmelden können. Es können bis zu sechs Lifesupervisionen an einem Termin stattfinden. Die maximale Teilnehmerzahl beträgt 12 Personen. Die drei Termine können jeweils einzeln gebucht werden.

12. Forschungsprojekte und Studienaufenthalte

MFT-Projekte an Regelschule

Schon seit 2011 führte Elisabeth Nicolai mit der Jugendhilfeeinrichtung „Stiftung Jugendhilfe aktiv“ in Stuttgart Vaihingen ein Multifamilientherapeutisches Praxisforschungsprojekt durch. Zunächst wurde in der heimeigenen Schule in einer Klasse das Familienklassenzimmer eingeführt. Einmal monatlich werden an einem Schulvormittag die Eltern beteiligt. Gemeinsam wird reflektiert, ressourcenorientiert beobachtet, Eltern machen mit ihren Kindern (anders) Schulaufgaben, tauschen sich im Plenum mit anderen Eltern über ihre Probleme und Lösungserfahrungen aus und bekommen Anregungen für neue Verhaltensweisen. Das Projekt wird vom KVJS, und der BAG ejsa gefördert und über die Evangelische Hochschule Ludwigsburg begleitet und beforscht. Inzwischen wurde das Projekt seit dem Schuljahr 2011/12 auf die Eichendorff Grund– und Hauptschule in Böblingen ausgeweitet.

Für eine streng kontrollierte Studie zur Wirksamkeit von Systemaufstellungen, mit Gunthard Weber und Diana Drexler als Aufstellern, fanden im März und Juli 2011 im Institut für Medizinische Psychologie acht dreitägige Aufstellungsseminare mit 120 TeilnehmerInnen und 80 BeobachterInnen statt. Das Forscherteam (Jochen Schweitzer, Jan Weinhold, Annette Bornhäuser und Christina Hunger) will die Ergebnisse dieser Studie am 8. März 2012 auf der systemischen Forschungstagung in Heidelberg vorstellen.

Shi Jingyu, eine junge Psychiaterin aus Shanghai, hat ihre Dissertation zum Thema "Wie denken Systemiker in China und in Deutschland systemisch anders?" im November 2011 abgeschlossen, mit interessanten Ergebnissen. Sie dankt allen hsi-KursteilnehmerInnen, die an der Studie teilnahmen.

Jochen Schweitzer verbrachte von Mai bis Juli 2011 einen neunwöchigen Studienaufenthalt in England und Wales. Als Gast bei Eia Asen, Jim Wilson und Peter Fonagyi, an der Tavistock Clinic und am Tavistock Instiute of Human Relations hat er kulturspezifische Unterschiede und die Stärken der britischen Systemikerszene kennengelernt. Ein englischsprachiger Bericht steht auf "Systemagazin" und www.dgsf.org.

13. Was passiert in den Systemischen Verbänden?

  • Das hsi ist jetzt Mitglied in gleich drei systemischen Verbänden: der DGSF (Vorsitzender Jochen Schweitzer), der SG (Andrea Ebbecke-Nohlen war lange zweite Vorsitzende) und neuerdings der DGsP (Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik (Vorsitzende Mechthild Reinhard).

In den meisten Curricula haben die hsi AbsolventInnen nun die Möglichkeit, sich über die eine oder die andere oder auch gleich über zwei Verbände zertifizieren zu lassen.

  • Die DGsP gibt eine neue, schön aufgemachte Mitgliederzeitschrift "Systemische Pädagogik" heraus, die über Mechthild Reinhard angefragt werden kann.
  • Der berufspolitischen Sprecherin Anni Michelmann ist es im November 2011 gelungen eine "Musterweiterbildungsordnung Systemische Therapie " auf dem Deutschen Psychotherapeutentag durchzubringen. Nun können alle Landespsychotherapeutenkammern für bereits tiefenpsychologisch oder verhaltenstherapeutisch approbierte PsychotherapeutInnen eine systemische Weiterbildung ihrerseits genehmigen.
  • Matthias Ochs, ehemaliger hsi-Teilnehmer, organisierte sehr erfolgreich mit seinem Partner Rainer Orban und mit Trenkle Organisation die DGSF-Tagung 2011 mit über 1000 TeilnehmerInnen in der Bremer Stadthalle zum Thema "Diversity". Carmen Kindl-Beilfuß wird die Jahrestagung der DGSF im Jahr 2015 im Magdeburg austragen. Die SG tagte kleiner und experimenteller, mit zahlreichen geführten Exkursionen in die metropolitane Alltagsrealität, unter dem Titel "s geht" im Mai 2011 im Berliner Radialsystem.
  • Die DGSF macht es mit ihren "Drei Wegen zum Lehrenden" seit Herbst 2011 kompetenten systemischen DozentInnen leichter, eine DGSF Anerkennung als Lehrender auch dann zu erhalten, wenn sie ihre Lehrendenkarriere nicht "von der Pike auf" in einem DGSF Institut machen. Das betrifft zum einen junge Nachwuchskräfte, die mit reichlich externer Beratung gleich ein eigenes Institut gründen wollen; zum anderen erfahrene DozentInnen, die ihren Weg über das Ausland, die SG oder andere gleichrangige Wege gegangen sind.

In der DGSF haben sich neue bundesweite Fachgruppen gegründet: Interkulturelle Familientherapie, Systemische Seelsorge, Sucht, Systemische Pädagogik, Systemisches Arbeiten an Familiengerichten, Burnout-Prävention und Humane Arbeit. Neue Regionalgruppen haben sich in Freiburg, Frankfurt, Dresden, Bremen, Koblenz und Halberstadt. Ab Mitte 2012 wird der Verband Versorgungseinrichtungen zur Bewerbung als "DGSF-empfohlene systemisch-familienorientiert arbeitende Einrichtungen" einladen.

 

 


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