Geschichte, Konzepte, Kompetenzen

Das Helm Stierlin Institut hsi ist ein traditionsreiches national und international renommiertes Institut für Weiterbildung und Forschung in Systemischer Psychotherapie, Beratung und Supervision. 
Es versteht sich als ein in Heidelberg angesiedeltes Institut mit bundesweitem Einzugsgebiet. Die „Villa Schmeil“ nahe dem Heidelberger Schloss ist ihr stilvolles Domizil. Unsere TeilnehmerInnen kommen aus dem gesamten deutschen Sprachraum. Wir ermuntern sie, ihre eigenen Stile, Erfahrungen und Erfindungen aktiv in die Weiterbildung mit einzubringen und pflegen damit den Laborcharakter gemeinsamen Lernens und gemeinsamer Ideen- und Praxisentwicklung.

Meilensteine der Entwicklung

1974 gründete Helm Stierlin ein an der Universität Heidelberg angesiedeltes Institut für Familientherapie. 1984 starteten Ingeborg Rücker-Embden-Jonasch, Fritz B. Simon, Gunther Schmidt, Gunthard Weber u. a. in enger Kooperation mit der Mailänder Gruppe um Mara Selvini Palazzoli und KollegInnen sowie der Palo Alto Gruppe um Paul Watzlawick und KollegInnen die Internationale Gesellschaft für Systemische Therapie (IGST), um strukturierte Weiterbildungscurricula in Systemischer Therapie und Beratung anzubieten. Nach einer Trennung des IGST-Kollegiums legten Andrea Ebbecke-Nohlen, Carmen Beilfuß, Gunther Schmidt, Jochen Schweitzer, Fritz B. Simon und Gunthard Weber im Jahr 2002 den Grundstein für das Helm Stierlin Institut. Seither wurde unser LehrtherapeutInnen-Team durch Elisabeth Nicolai, Mechthild Reinhard, Rüdiger Retzlaff, Ansgar Röhrbein und Julika Zwack verstärkt, Angelika Eck und Christian Firus traten in das erweiterte Kollegium ein. Eine große Zahl prominenter und junger GastdozentInnen ergänzt unser Programm in Einzelseminaren und in den Jahreskursen.

Theoretischer Hintergrund

Die Arbeitsweise der Heidelberger Gruppe hat sich in mehreren Schritten weiterentwickelt: von der psychoanalytischen Familientherapie der 1970er Jahre über die Auseinandersetzung mit dem Mailänder Modell ab 1977 und mit der Erkenntnistheorie des Konstruktivismus und der Autopoiese ab 1980 zu einem spezifisch Heidelberger Ansatz der Systemischen Therapie, z. B. in der Familientherapie der Psychosen. Um 1985 wurden hypnotherapeutisch-lösungsorientierte Sprachspiele Teil unserer Arbeit.
Mit postmodernem Denken haben wir uns auf unserem Kongress „Das Ende der großen Entwürfe“ mit 2.200 TeilnehmerInnen im Jahr 1991 intensiv auseinandergesetzt. Spätestens seit dem Jahr 2000 lassen sich in unserer Arbeit immer mehr kreative Handlungsmethoden beobachten.
Zu den neuesten Entwicklungen gehören unsere Anregungen zu einem systemischen Kulturwandel in ganzen Organisationen, derzeit Kliniken und Schulen, auch durch Inhouse-Trainings in diesen Organisationen.

Feldkompetenzen

Lange Zeit lag der Kompetenzschwerpunkt der Heidelberger Gruppe vor allem in der Systemischen Einzel-, Paar- und Familientherapie, besonders bei psychiatrischen und psychosomatischen Fragestellungen.
Noch heute mag uns dieser Schwerpunkt von anderen Instituten am stärksten unterscheiden, doch haben seit Gründung des hsi auch die Beratung in der Arbeitswelt durch Settings wie Systemische Supervision, Mediation, Coaching und Organisationsentwicklung, Systemische Pädagogik und Systemische Jugendhilfe zunehmend an Bedeutung gewonnen.

LehrtherapeutInnen

Alle LehrtherapeutInnen des hsi sind aktiv an der Weiterentwicklung des systemischen Ansatzes beteiligt. Sie teilen eine gemeinsame Grundorientierung bei vielfältigen und unterschiedlichen persönlichen Stilen und Schwerpunkten. Sie lehren und forschen an Hochschulen, gründen Gesundheitszentren und Fachkliniken, entwickeln in Praxisforschungsprojekten neue Arbeitsweisen, schreiben Bücher und Aufsätze, darunter die derzeit erfolgreichsten deutschsprachigen Lehrbücher, und veranstalten Kongresse. Sie lehren in der Weiterbildung also vieles, das sie selbst entwickelt oder weiterentwickelt haben. Sie stehen im persönlichen Austausch mit führenden KollegInnen in Europa, Amerika und Ostasien, hsi-LehrtherapeutInnen haben als Vorsitzende und Vorstandsmitglieder die erfolgreiche Politik der systemischen Dachverbände wesentlich mitgeprägt und durch wissenschaftliche Expertisen zur wissenschaftlichen Anerkennung der Systemischen Therapie maßgeblich beigetragen.

Das Domizil

Das hsi liegt am Schloß Wolfsbrunnenweg, in einem großen Park, auf gleicher Höhe mit dem Heidelberger Schloss, von diesem etwa 20 Minuten zu Fuß in östlicher Richtung entfernt. Das schöne Jugendstilhaus ist mittlerweile über 100 Jahre alt. Es wurde von Otto Schmeil, dem Verfasser der seinerzeit bekannten Biologielehrbücher, erbaut und bietet uns und unseren  WeiterbildungsteilnehmerInnen – nah bei der Stadt und zugleich aller Hektik entrückt, mit weitem Blick über das Neckartal und den Odenwald – ein einzigartiges Ambiente.
Sie, liebe LeserIn sind herzlich willkommen, im „Entwicklungslabor Helm Stierlin Institut“ zu schnuppern und darin sich selbst, ihre Arbeit und den systemischen Ansatz insgesamt mitzuentwickeln.