Familienpsychiatrie: bindungsorientiert, videobasiert, multiprofessionell im Mehrfamiliensetting

An wen richtet sich die Fortbildung?

An alle, die mit Familien arbeiten, in denen Eltern und Kinder psychisch erkrankt sind: (KJ-) Psychotherapeuten, Fachkräfte aus Jugendhilfe, Frühen Hilfen, Frühförderung, Justiz, Polizei, Ärzte/Fachkräfte aus Pädiatrie, KJP, Psychiatrie o.ä. systemische Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich.

Was bietet die Fortbildung inhaltlich?

Familienpsychiatrische und -psychotherapeutische Ansätze im Eltern-Kind- oder Familiensetting sind in Medizin, Jugendhilfe und Beratung wichtig für Familien mit psychischen Erkrankungen in der Eltern- und Kindgeneration.
Rieke Oelkers-Ax ist Gründerin und ärztliche Leiterin des „Familientherapeutischen Zentrums Neckargemünd“. Dort werden akutpsychiatrisch belastete Familien mit Kind und Eltern als diagnostizierten Patienten gemeinsam in einem bindungsorientierten, systemtherapeutischen Mehrfamiliensetting mit u.a. Videofeedback, kreativ- und
körpertherapeutischen Zugängen behandelt.

Die Teilnehmer entwickeln einen Blick für Dynamiken, Fallstricke und Türöffner in der familienpsychiatrischen Arbeit, erproben Haltungen und Interventionen, reflektieren und lernen mit Videos.
Ohne Vorkenntnisse kann Teil A allein als Einführung oder in Kombination mit Teil B belegt werden. Mit (z.B. systemischen) Vorkenntnissen ist nach Absprache Teil B allein buchbar.

Fortbildungsinhalte

Teil A: 1. Block (allein buchbar oder mit Teil B zusammen)

  • 1. Block
    Einführung in die Familienpsychiatrie und -psychotherapie
    Systemische Basics, Familienzyklus und Dynamik (z.B. postpartale oder Persönlichkeitsstörung, „herausfordernde“ Kinder – Ablösung von psychisch erkrankten Eltern). Konzepte: Bindung – Mentalisierung – elterliche Präsenz. Interventionsbeispiele: Sicherheitskreis, Multifamilienarbeit, Teamhaltung.


Teil B: 2. – 4. Block (allein buchbar oder mit A zusammen)

  • 2. Block
    Konstellation: Mutter mit postpartaler Depression und Regulationsstörungen in Baby- und Kleinkindzeit
    >> Familienfolgen peripartaler Störungen und elterlicher Depression; Regulations- und Bindungsstörungen bei Babys/Kleinkindern
    >> Abschied von der Perfektion, Chaostoleranz, Balance Ich-Du-Wir, Selbstberuhigung und Emotionsregulation, Etablieren der doppelten Elternschaft, Videointerventionstechniken

  • 3. Block
    Konstellation: Eltern mit Angst- oder Zwangserkrankung und psychische Erkrankung des Kindes im Kindergarten- und Grundschulalter
    >> Familienfolgen elterlicher Ängste/Zwänge, Autismusspektrumstörungen, „gewalttätige“ Kinder und Eltern.
    >> Zwingen/Gezwungen-Werden, elterliche Präsenz und Ankerfunktion, „Königreich“-Metaphern, Führen und Folgen, Traurigkeit und Wut, Containing für Eltern und Kinder, Multifamilieninterventionen

  • 4. Block
    Konstellation: Eltern mit Persönlichkeits-/Traumafolgestörungen und psychisch belastete oder erkrankte Kinder – bis hin zur Ablösung im Jugendalter
    >> Familienfolgen elterlicher Persönlichkeitsstörungen, Bindungstrauma, minderjähr. Mütter, „Adoleszentenkrisen“, Ablösung von psychisch kranken Eltern
    >> Gespenster, Monster, 13 Feen, sichere innere/äußere Orte, Teilearbeit für Familien, Narrative für das Unerzählbare, multisystemische Netzwerke

Kurstermine

Kursleiterin: Rieke Oelkers-Ax

 

Block 1 (Montag bis Dienstag) 09.–10.03.2020 1. Tag 10:00 h
Block 2 (Montag bis Dienstag) 18.–19.05.2020 1. Tag 10:00 h
Block 3 (Montag bis Dienstag) 06.–07.07.2020 1. Tag 10:00 h
Block 4 (Montag bis Dienstag) 12.–13.10.2020 1. Tag 10:00 h

Veranstaltungsort:
Helm Stierlin Institut

Zeit:
Beginn 1. Tag 10:00 h
Ende 2. Tag 18:00 h

Teilnahmegebühr:
Euro 250,– pro Block + einmalige Organisationsgebühr Euro 80,–

Gruppengröße:
ca. 24 Personen