Systemisch orientierte Fachkraft im Kinderschutz

An wen richtet sich die Fortbildung?

Fachkräfte aus Jugendhilfe, Gesundheitswesen, Justiz, Polizei etc. die im direkten Klientenkontakt oder indirekt in der Beratung und Koordination anderer Fachleute mit Fragen des Kinderschutzes befasst sind.

Was bietet die Fortbildung inhaltlich?

Spätestens mit dem Startschuss des Bundeskinderschutzgesetzes (BuKiSchG) und dem Gesetz zur Kooperation und Vernetzung im Kinderschutz (KKG) sind die Erwartungen an die Einrichtungen und Fachkräfte, die mit Kindern arbeiten, verbindlicher formuliert.

Unter Berücksichtigung der bisherigen Strukturen soll ein zuverlässiges Netzwerk weiter ausgebaut werden und zu einem Kinderschutz in gemeinsamer Verantwortung beitragen. In gemeinsamen Vereinbarungen sollen die Wege, Rollen und Verantwortlichkeiten beschrieben und geregelt werden.

In dieser kleinen Reihe bieten wir den interessierten Fachkräften aus (Sozial-)Pädagogik, Sozialarbeit, Psychologie, Justiz und Beratung/Therapie eine Einführung in die rechtlichen Grundlagen und systemisch orientierte Konzepte des modernen Kinderschutzes. Im Fokus steht dabei insbesondere ein wohlwollender Kinderschutz im Dialog mit den Eltern. Die TeilnehmerInnen werden darin geschult, sich innerhalb der komplexen Rahmenbedingungen zwischen dem Verdacht einer Kindeswohlgefährdung und der Einhaltung des Datenschutzes sicherer zu bewegen und anderen KollegInnen hilfreich zur Seite stehen zu können. Durch zahlreiche Übungen gestärkt, entwickeln die TeilnehmerInnen ihren eigenen Leitfaden für die Gesprächsführung in kritischen Situationen und der (kollegialen) Fachberatung.

Fortbildungsinhalte

  • 1. Block: Einführung
    Eine Annäherung an die Begriffe Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung – Ressourcenverlust- und Rekonstruktion – Scham, Schuld und (Un-)Wahrheit – Liebe und Gewalt in nahen Beziehungen – Erste rechtliche Grundlagen – Meine Rolle (als Fachkraft) im System
    Ansgar Röhrbein
  • 2. Block: Prävention und frühe Unterstützungsformen
    Frühe Hilfen, bessere Chancen? – Risiko- vs. Schutzfaktoren – Die Gefährdungseinschätzung: Wahrnehmen, Beurteilen, besonnen Handeln – Umgang mit Eltern „unter Verdacht“ – Kindesschutz aus Sicht des Jugendamtes
    Ansgar Röhrbein und Andreas Eickhorst, Günter Uch
  • 3. Block: Aufwachsen in öffentlicher Verantwortung
    Das familiengerichtliche Verfahren – Begriffsklärung: Kindeswille, Kindeswohl, Bindung – Die Rolle des Gutachtens im Verfahren – Gelingende Kooperation im Netzwerk der Verantwortungsgemeinschaft – Zwischen Informationsweitergabe und Datenschutz: Wer darf wann mit wem? – Eigene Selbstfürsorge
    Ansgar Röhrbein und Annika Falkner, Thomas Meysen
  • 4. Block: Eigene Selbstfürsorge
    Meine Rolle in meinem (hilfreichen) Netzwerk – Kollegiale Fall-Beratung – Aufgaben einer insoweit erfahrenen Fachkraft – Für wen, was zu welchem Zeitpunkt? –  Das familiengerichtliche Verfahren im Falle einer Kindeswohlgefährdung – Wie gelingt die interdisziplinäre Zusammenarbeit? – Bilanz
    Ansgar Röhrbein und Cornelia Holldorf
Block 1 (Donnerstag bis Samstag) 28.02.–02.03.2019 1. Tag 16:00 h
Block 2 (Donnerstag bis Samstag) 09.–11.05.2019 1. Tag 16:00 h
Block 3 (Donnerstag bis Samstag) 01.–03.08.2019 1. Tag 16:00 h
Block 4 (Donnerstag bis Samstag) 28.–30.11.2019 1. Tag 16:00 h

Veranstaltungsort:
Helm Stierlin Institut

Zeit:
Beginn 1. Tag 16:00 h
Ende 3. Tag 16:00 h

Teilnahmegebühr:
Euro 270,– pro Block + einmalige Organisationsgebühr Euro 80,–

Gruppengröße:
ca. 24 Personen