Systemische Supervision und Mediation 2019

An wen richtet sich die Weiterbildung?

Bevorzugt angesprochen sind Personen, die in psychosozialen, psychiatrischen und beratenden Einrichtungen Supervision und Mediation anbieten, z. B. ÄrztInnen, PsychologInnen, SozialpädagogInnen, SozialarbeiterInnen, SozialwissenschaftlerInnen, LehrerInnen, TheologInnen mit abgeschlossener Weiterbildung in systemischer Therapie/Beratung.

Weiterbildungskontexte

Im psychosozialen Feld nimmt die Nachfrage nach systemischer Supervision und Mediation ständig zu. So wächst auch der Bedarf an qualifizierten Weiterbildungsangeboten sowohl auf individueller wie auch auf institutioneller Ebene. Gerade im institutionellen Bereich kommen mehr und mehr Nachfragen nach systemischer Supervision und Mediation auch von Institutionen, die nicht primär systemisch ausgerichtet sind, da die Nützlichkeit des systemischen Ansatzes vor allem im schulenübergreifenden und multiprofessionellen Arbeitskontext in wachsendem Maß erkannt wird.

Weiterbildungsstruktur

Der Umfang der Weiterbildung entspricht den Richtlinien der SG insgesamt 300 UE, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • 100 UE Theorie, Methoden
  • 75 UE Supervision
  • 25 UE Selbsterfahrung und Selbstreflexion
  • 20 UE Eigenarbeit, Literaturstudium etc.
  • 30 UE Intervision (professioneller Austausch in Studiengruppen)
  • 50 UE nachgewiesene Praxis in Form dokumentierter Beratungsarbeit von mindestens drei Prozessen

Die Weiterbildung unterteilt sich in 6 Weiterbildungsblöcke (Schwerpunkt Supervision 2018) und 3 Weiterbildungsblöcke (Schwerpunkt Mediation 2019). Falls keine Zertifizierung durch den Dachverband SG angestrebt wird, können die 6 Weiterbildungsblöcke Supervision auch allein gebucht werden.

Weiterbildungsinhalte Mediation

Mediation wird als Verfahren außergerichtlicher Konfliktregelungen vorgestellt, das sich vor allem durch Freiwilligkeit aller Beteiligten, Ergebnisoffenheit des Prozesses und durch Allparteilichkeit der MediatorIn charakterisieren lässt. Systemische Mediation sieht Konfliktsysteme in einem größeren gesellschaftlichen Zusammenhang und interessiert sich vor allem für Konfliktmuster und Konfliktlösungsstrategien. Sie arbeitet in erster Linie an der Neugestaltung von Regeln und eröffnet unerwartete Lösungsräume.

Themenschwerpunkte Mediation

  • Geschichte der Mediation, Prinzipien der Mediation, Rahmenbedingungen und Verfahren der Mediation, Kommunikationswege, Struktur und Ziele in der Mediation, Recht und Gerechtigkeit in der Mediation, Rolle und Haltung der MediatorIn
  • Konflikttheorien und -management, Konfliktdynamik: Eskalation und Deeskalation, eigenes Konfliktverhalten und typische Formen der Konfliktregelung, Aufbau von Konfliktlösungsdesigns
  • Anwendungsfelder und Fallbeispiele, Visualisierung und Kreativitätstechniken, Grundlagen Systemischer Einbindung der Mediation in Organisationsstrukturen, Innere Logik der Mediation, Vernetzung und Kooperation, Einzelgespräche und Shuttlediplomatie, Verhandlungsführung, Verfahren professioneller Gesprächsführung

Zielgruppe Mediation

AbsolventInnen der dreijährigen Weiterbildung in Systemischer Therapie/Beratung sowie der darauf aufgebauten Weiterbildung in Systemischer Supervision.
Die Weiterbildung kann als Baustein für die SG-Zertifizierung in Systemischer Supervision genutzt werden.

Aufnahmevoraussetzungen Mediation

  • Abgeschlossenes Studium in einem psychosozialen Beruf
  • Dreijährige Weiterbildung in Systemischer Therapie/Beratung bei einem der Mitgliedsinstitute der Dachverbände SG und DGSF
  • Fünf Jahre Berufspraxis
  • Supervisionstätigkeit

Bewerbungen Mediation

Es werden folgende Bewerbungsunterlagen benötigt:

  • Bewerbungsbogen mit Passfoto (Bogen bitte anfordern bzw. als PDF herunterladen)
  • Tabellarischer Lebenslauf
  • Nachweis der systemischen Weiterbildung (Therapie/Beratung und Supervision)
  • Weitere Weiterbildungsnachweise
  • Gegebenenfalls Dokumentation der Supervisionstätigkeit

Die Weiterbildung Systemische Supervision und Mediation beginnt immer mit der Weiterbildung Systemische Supervision.

Themenschwerpunkte Supervision

  • Theorien systemischer Supervision, Systemtheoretische und konstruktivistische Ansätze
  • Theorien sozialer Systeme, Organisation von Organisationen (Regeln, Hierarchien, Grenzen)
  • Funktionen von Supervision
  • Institutionelle Supervisionskontexte (Psychiatrie, Schule, Jugendhilfe, Sucht etc.)
  • Supervisionsmethoden (zirkuläres Fragen, Reflecting-Team, Metaphern, Skulpturvarianten, Aufstellungen, Zeitlinien, Sprechchöre, Rituale etc.)
  • Supervisionshaltungen (Neutralität, Allparteilichkeit, Respekt versus Respektlosigkeit, Gendersensitivity, Kontextsensibilität)
  • Supervisionsmuster (symmetrisch, komplementär) Sprachregeln, Sprachmuster, nonverbale und paraverbale Kommunikationsdimensionen
  • Supervisionsrahmen (Dauer, Häufigkeit, Akquisition, Marketing)
  • Supervisionssettings (Einzel-, Gruppen- und Teamsupervision, Konsultation, Fallsupervision etc.)
  • Supervisionsprozesse (Auftragsklärung, Ressourcenorientierung, Perspektivenwechsel, Feedbackschleifen etc.)
  • Ethische Fragen
  • Coaching, Konfliktmanagement, Institutionsinterne Supervision
  • Karriere- und Lebensplanung.

Abschluss Weiterbildung Systemische Supervision und Mediation

Die Weiterbildung Systemische Supervision und Mediation entspricht in ihrem Umfang den Richtlinien des Zertifikats „Systemische Supervision“ der Systemischen Gesellschaft (SG).

Die Weiterbildung Systemische Supervision und Mediation ist von den Kammern (LÄK bzw. LPK Baden-Württemberg) für ÄrztInnen und PsychologInnen akkreditiert und ist für das Fortbildungszertifikat mit 81 Punkten (Mediation) bzw. mit 174  Punkten (Systemische Supervision) anrechenbar.

Bewerbung erbeten bis 30. September 2018 an:

hsi
Helm Stierlin Institut e.V.
Schloß Wolfsbrunnenweg 29
69118 Heidelberg

Kurstermine Systemische Mediation

KursleiterIn: Lis Ripke (Block 1) und Joseph Rieforth (Blöcke 2 und 3)

Block 1 (Montag bis Mittwoch) 25.–27.02.2019 1. Tag 10:00 h
Block 2 (Montag bis Mittwoch) 06.–08.05.2019 1. Tag 10:00 h
Block 3 (Montag bis Mittwoch) 17.–19.06.2019 1. Tag 10:00 h

Veranstaltungsorte:
Helm Stierlin Institut

Zeit:
Beginn 1. Tag: 10:00 h
Ende 3. Tag: 14:00 h

Teilnahmegebühr:
Euro 440,– pro Block + einmalige Organisationsgebühr Euro 80,–

Gruppengröße:
ca. 24 Personen

Kurstermine Systemische Supervision

Die Kurstermine für die 2020 startende Weiterbildung „Systemische Supervision“  werden im nächsten Kursprogramm angekündigt.