Systemisch-Integrative Trauma-Therapie: Zur systemisch-integrativen Arbeit mit traumatisierten inneren und äußeren Systemen

17. April 2024: Online-Informationsveranstaltung für Curriculum 2024 mit Stefan Glasstetter

19. Juni 2024: Online-Informationsveranstaltung für Curriculum 2024 mit Stefan Glasstetter

Seit Beginn der 1990er Jahre gab es im Bereich der Traumatherapie eine rasante Entwicklung, die einerseits beachtliche und hoch effektive Verfahren zu Tage brachte (EMDR, Brainspotting, Ego-State, PITT, IRRT, tfKVT, CIPBS/TRUST, SE, etc.), andererseits fast dem Charakter einer inflationären Flutwelle gleichkam. Umso erstaunlicher ist es, dass erst seit 2005 eine beginnende und intensivere Auseinandersetzung in der systemischen Literatur mit der Psychotraumatologie (traumatherapeutischen Behandlungsverfahren, Traumafolgestörungen sowie neurowissenschaftlichen Erkenntnissen) zu finden ist. Folgerichtig gab es auch in der klassischen traumatherapeutischen Fachliteratur nur wenig Berücksichtigung systemtherapeutischer Ansätze, die wiederum schon in den 70er und 80er Jahren durch S. Minuchin, S. Madanes und das Mailänder Team zur Geltung kamen.

Die Fortbildung soll dazu beitragen, eine Einführung in die Welt der klassischen und besonders der systemisch-integrativen Psychotraumatologie zu geben, systemische Konzepte und Methoden in der Arbeit mit den inneren und äußeren Systemen aufzuzeigen und darüber hinaus eine adäquate Haltung gegenüber traumatisierten KlientInnen als gleichrangige und autonome Kooperationspartner einzunehmen.

An wen richtet sich die Fortbildung?

Diese Fortbildung richtet sich an Fachkräfte aus dem sozialen und medizinischen Bereich mit/ohne zusätzliche Therapieausbildung, die mit dieser Klientel therapeutisch und/oder pädagogisch arbeiten, einen ersten Ein- bzw. Überblick über das traumatherapeutische/-pädagogische Arbeiten bekommen und ihren Fundus erweitern möchten. Insbesondere Blöcke 1-3 sind für sozialpädagogische Fachkräfte ohne therapeutische Zusatzausbildung zum Einstieg für einen ersten Überblick zu traumapädagogischem Arbeiten geeignet. Interessenten sollten für sich prüfen, dass ihre eigene derzeitige psychische Stabilität ausreichend ist, um in der Fortbildung keine „Fehlalarme zu erleben“ (= nicht getriggert zu werden).

Was bietet die Fortbildung inhaltlich?

Methodik: Diverse Übungen in den Bereichen systemische Neuro- und Psychoedukation, Ressourcenarbeit, Stabilisierungstechniken, Traumabegegnung (bzw. Konfrontation) sowie Psychohygiene. Des Weiteren Demonstrationen mit FB-TeilnehmerInnen als auch Filme/Bandaufnahmen aus der eigenen Praxis. Hoher Selbsterfahrungsanteil!

Fortbildungsinhalte

Block 1:

  • Theoretische Grundlagen
  • Geschichte der Psychotraumatologie
  • Neurobiologie des Traumagedächtnisses
  • Störungsmodelle (ICD-11, DSM-5) und Behandlungsmodelle
  • Epidemiologie von Traumafolgestörungen und komorbiden Störungsbildern
  • aktueller Stand der Psychotherapieforschung im Bereich Trauma
  • Systemische und klassische Diagnostik und Differenzialdiagnostik von Traumafolgestörungen
  • Exkurs: Bindung und Trauma

Block 2:

  • Traumaspezifische Behandlungsverfahren
  • Psychopharmaka bei PTBS
  • Phasen der systemischen und klassischen Traumatherapie
  • Methodische Ideen und Interventionen für die systemische und klassische Traumatherapie und -pädagogik (systemische Psychoedukation, systemische Triggerarbeit, Ressourcenarbeit, Stabilisierungstechniken mit Externalisierung, imaginative Techniken, Umgang mit Dissoziation, selbst verletzendem Verhalten und Suizidalität)
  • Ego-State (I) (Watkins/Watkins): „Stabilisierung im inneren und äußeren System“

Block 3:

  • Ego-State (II) (Watkins/Watkins): „Stabilisierung im inneren und äußeren System“ 
  • Systemische Traumatherapie (Hanswille): „die systemisch-integrative Zeitreise beginnt“
  • PITT (L. Reddemann): „Distanzierung, Distanzierung, Distanzierung“
  • IRRT (M. Schmucker): „Täter entmachten und Wunden versorgen“
  • TRUST/CIPBS(Diegelmann/Isermann): „ressourcenreich und malend durch die Traumabegegnung“

Block 4:

  • EMDR (F.Shapiro): „bilaterale Stimulation der Sinne“
  • Brainspotting (D.Grand): „finde deinen Blick“
  • Systemische Traumatherapie (Hanswille): „Traumabegenung im (Familien-)System“
  • Psychohygiene: „mir muss es gut gehen, wenn es anderen schlecht geht“

Es wird empfohlen, während des einjährigen Curriculums Lerngruppen zu bilden, um sich während den Blöcken zu treffen und die erlernten Inhalte einzuüben.

Diese Seminarreihe über 4 Blöcke vermittelt die Grundlagen der systemisch-integrativen Traumatherapie. Sie kann keine Vollausbildung in einer den genannten Traumatherapieformen (EMDR, etc.) ersetzen!

Kurstermine

Kursleiter: Stefan Glasstetter

Block 1|(Donnerstag bis Samstag)|19.–21.09.2024|1. Tag 10:00 h
Block 2|(Donnerstag bis Samstag)|17.–19.10.2024|1. Tag 10:00 h
Block 3|(Donnerstag bis Samstag)|28.–30.11.2024|1. Tag 10:00 h
Block 4|(Donnerstag bis Samstag)|19.–21.12.2024|1. Tag 10:00 h

Veranstaltungsort:
Helm Stierlin Institut

Zeit:
Beginn 1. Tag 10:00 h
Ende 3. Tag 14:00 h

Teilnahmegebühr:
Euro 360,– pro Block + einmalige Organisationsgebühr Euro 80,–

Gruppengröße:
ca. 24 Personen

 

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