Approbationsausbildung Systemische Therapie bei/mit Erwachsenen startet in 2020

Im Frühjahr 2019 wurde dem hsi die Anerkennung als staatliche Ausbildungsstätte für Systemische Therapie mit Erwachsenen und für die Systemische Therapie mit Kindern und Jugendlichen durch das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart erteilt. Wir freuen uns, dass im April 2020 der erste Approbationsausbildungsgang zum/zur Psychologischen PsychotherapeutIn im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie an unserem Institut starten wird. 

Die Ausbildung dauert drei Jahre und schließt mit der staatlichen Prüfung zum/zur PsychotherapeutIn ab. Inhalte und der Aufbau der staatlichen Ausbildung werden durch das Psychotherapeutengesetz in Verbindung mit der Ausbildungs- und Prüfungsverordnung geregelt.

http://www.gesetze-im-internet.de/psychth-aprv/index.html
http://www.gesetze-im-internet.de/psychthg/

Besonderheiten einer Ausbildung zum/zur Psychologischen PsychotherapeutenIn am hsi

Das hsi ist aus der Gruppe um Helm Stierlin, dem Pionier der Familientherapie in Deutschland hervorgegangen und war maßgeblich an der Einführung und Verbreitung der systemischen Familientherapie und deren Weiterentwicklung zur Systemischen Therapie beteiligt. 

Von 2003 an arbeiteten Mitarbeiter des hsi – zusammen mit Kirsten von Sydow – an der wissenschaftlichen Anerkennung des Verfahrens durch den Wissenschaftlichen Beirat (WBP), die 2008 erfolgte. In weit über einem Dutzend Jahren setzten sich Mitglieder unseres Teams in Gremien aktiv für die Etablierung als kassenfinanziertem Verfahren mit – als Vorsitzender der DGSF, in der Landespsychotherapeutenkammer, als Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats Psychotherapie,  als Sachverständiger für Systemische Therapie der Fachgesellschaften, beim Institut für Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und als Sachverständiger für Systemische Therapie beim Gemeinsamen Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen (G-BA). 

Die im November 2018 vom G-BA ausgesprochene Anerkennung als kassenfinanziertes Verfahren ist das Ergebnis der Arbeit von zahlreichen Personen. Wir sind stolz, dass vom hsi ein entscheidender Beitrag zu dem Prozess der Etablierung der Systemischen Therapie als Verfahren geleistet wurde.

Integrative Ausrichtung – Ausbildung aus einem Guss

Nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung müssen innerhalb der Approbationsausbildung Kenntnisse in allen Verfahren vermittelt werden, die laut WBP als wissenschaftlich anerkannt gelten. Die Ausbildung am hsi ist deshalb integrativ konzipiert. Ein großer Teil unser LehrtherapeutInnen und DozentInnen verfügt neben ihrer systemischen Lehrqualifikation über Ausbildungen und Lehrkompetenz in weiteren (Richtlinien-) Psychotherapieverfahren. Neben systemischen Inhalten werden Grundkenntnisse in Gesprächstherapie, Hypnotherapie, psychodynamischer Therapie, Traumatherapie und Verhaltenstherapie in einem integrativen Konzept vermittelt.

Innerhalb der Ausbildung kann auch die Qualifikation für die Anwendung von Autogenem Training und progressiver Muskelentspannung erworben werden. Darüber hinaus haben AusbildungsteilnehmerInnen die Möglichkeit, als Teil der sogenannten freien Spitze vertiefende Kurse u.a. in Systemischer Paartherapie, Traumatherapie und EMDR am hsi zu belegen. Die Fachkunde für Systemische Gruppentherapie kann ebenfalls erworben werden.

Approbationsausbildung im Überblick

Aufbau der Ausbildung

Die Ausbildung am hsi erfolgt berufsbegleitend im sogenannten Vollzeitmodus in ca. drei Jahren. 600 h theoretischen Unterricht am hsi in zwei dreitägigen Unterrichtsblöcken, Selbsterfahrung und Familienrekonstruktion (120 h), Einzel- und Gruppensupervision (150 h). 

Die Seminare und Kurstage sind in dreitägigen Blöcken und einigen Wochenseminaren zusammengefasst, eine parallele Teilzeittätigkeit ist dadurch möglich. Während der Ausbildung sind die Praktische Tätigkeit I (1200 h) an einer psychiatrischen Fachklinik sowie die Praktische Tätigkeit II (600 h) an einer Psychosomatischen Klinik oder in anerkannten Lehrpraxen zu erbringen. Mit entsprechenden Einrichtungen bestehen Kooperationsverträge.

Nach der Zwischenprüfung sind im Rahmen der Praktischen Ausbildung 600 Behandlungsstunden unter Supervision zu erbringen, entweder an der Ambulanz des hsi oder in Lehrpraxen. Die Vergütungen dieser Behandlung erlaubt eine weitgehende Refinanzierung der Ausbildungskosten. Ein Teil der ambulanten Behandlungsstunden kann bereits an den kooperierenden Kliniken erbracht werden.

 

Ausbildungseinheiten insgesamt   4200 h
Theoretische Ausbildung   600 h
Selbsterfahrung Gruppen-SE 100 h mindestens 120 h
Praktische Tätigkeit I In einer stationären psychiatrischen Einrichtung mindestens
1200 h/
18 Monate
Praktische Tätigkeit II In einer „vom Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung“, Kliniken, Klinikambulanzen, Arztpraxis mit Weiterbildungsbefugnis, Lehrpraxis eines/r Psych. PsychotherapeutenIn mindestens 600 h
Zwischenprüfung Einzel-SV
Gruppen-SV
 
Praktische Ausbildung unter Supervision   mindestens 600 h
Supervision Einzel-SV
Gruppen-SV
mindestens 50 h bis zu 100 h,
insgesamt 150 h
Freie Spitze vorgegeben Peergruppe/Studiengruppe
Vor- und Nachbereitung von Behandlungen
Fallberichte
Angeleitetes Literaturstudium
Zwischenprüfung mit Vorbereitung
Abschlussprüfung mit Vorbereitung
780 h
  Klinikinterne Fortbildung
Optionale Zusatzseminare des hsi
Tagungen
Ggf. Überhang aus der Theorieausbildung
Ggf. zusätzliche Behandlungsstunden im Rahmen der Praktischen Ausbildung
ggf. Überhang aus der Praktischen Tätigkeit
Entspannungsverfahren
540 h




mindestens 1240 h
Staatliche Abschlussprüfung Schriftlicher Teil (organisiert vom Regierungspräsidium Stuttgart)
Mündlicher Teil (organisiert vom hsi)
 

 

 

Teilnahmevoraussetzungen

Das Psychotherapeutengesetz (PsychThG) verlangt als Voraussetzung für die Teilnahme ein Diplom oder M.A. in im Studiengang Psychologie (im Fach Klinische Psychologie) aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder ein erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium der Psychologie aus anderen Ländern.

Weitere Details
Voraussetzung für den Zugang zu einer Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten ist nach § 5 Abs. 2 PsychThG Absatz 1:

  • eine im Inland an einer Universität oder gleichstehenden Hochschule bestandene Abschlussprüfung im Studiengang Psychologie, die das Fach Klinische Psychologie einschließt und gemäß § 15 Abs. 2 Satz 1 des Hochschulrahmengesetzes der Feststellung dient, ob der Student das Ziel des Studiums erreicht hat,

  • ein in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder einem anderen Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum erworbenes gleichwertiges Diplom im Studiengang Psychologie oder

  • ein in einem anderen Staat erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium der Psychologie.

Auch ist das Gesetz zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht an die neuen Studienabschlüsse angepasst. Aufgrund dessen ist jeder Masterabschluss eine Einzelfall-Ausnahmeentscheidung. Gleichgestellt sind Masterabschlüsse im Studiengang „Psychologie“ sofern das Fach „klinische Psychologie“ nachweislich Gegenstand einer Prüfungsleistung ist. Die Einzelfallentscheidung kann erst bearbeitet werden, wenn ein Vorvertrag zwischen Ausbildungsstätte und Teilnehmer geschlossen wird. 

Der neue Studienabschluss muss vom inhaltlichen und zeitlichen Umfang der „alten“ Rahmenprüfungsordnung des jeweiligen Diplomstudiengangs entsprechen (das bedeutet zeitlich, dass er mind. 240 ECT-Punkte umfassen muss, so dass ein Bachelorabschluss leider nicht ausreicht).

Anerkennung von Vorleistungen wie z. B. Tätigkeit in einer Psychiatrie oder eine Weiterbildung im Bereich Systemische Therapie führen nur eingeschränkt zu einer Verkürzung der Ausbildung, dies muss individuell mit der zuständigen Prüfungsbehörde vereinbart werden. 

Hinweise zu den Zulassungskriterien gibt es hier:
https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Bildung/Ausbildung/Ausbildung-Psychotherapeut/Seiten/Ausbildung.aspx

Praktische Tätigkeit I und II

Die Praktische Tätigkeit besteht aus zwei Teilen mit insgesamt 1800 h (ca. 18 Monate). Die Praktische Tätigkeit I (mindestens 1200 h) muss an einer stationären psychiatrischen Einrichtung mit Weiterbildungsbefugnis für Psychiatrie und Psychotherapie erbracht werden. Das hsi hat mit zahlreichen Kliniken Kooperationsverträge geschlossen. Die kooperierenden Kliniken und das hsi sehen im Regelfall eine zusammenhängende Tätigkeit an der psychiatrischen Einrichtung über den Zeitraum eines Jahres vor. In Ausnahmefällen kann die klinische Zeit auch über einen längeren Zeitraum gestreckt werden. Unser Institut ist gerne bereit, mit weiteren Kliniken auch auf Einzelfallbasis Kooperationsverträge abzuschließen. Die Klinikzeit kann nur anerkannt werden, wenn sie im Rahmen der Ausbildung bzw. nach Abschluss eines Ausbildungsvertrages stattfindet. 

Die Praktische Tätigkeit II (mindestens 600 h) dient dem Erwerb erster praktischer Erfahrungen mit Patienten. Sie ist an einer kooperierenden Einrichtung, an einer vom Sozialversicherungsträger anerkannten Einrichtung der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Versorgung, an Kliniken, Klinikambulanzen und ärztlichen Praxen mit Weiterbildungsbefugnis oder an den Lehrpraxen des hsi zu leisten.

Für die praktische Tätigkeit I und II bewerben sich AusbildungsteilnehmerInnen direkt bei den Kooperationseinrichtungen. Diese führen auch das Auswahlverfahren durch und vergeben die Plätze. 

Theoretische Ausbildung

Sie umfasst insgesamt 600 UE. Die Ausbildung startet mit einer fünftägige Intensivwoche als Einstieg, gefolgt von meist dreitägigen Blockveranstaltungen, die sich über das Jahr bzw. die Jahre verteilen. Die Gruppen-Selbsterfahrung findet ebenfalls als fünftägige Blockveranstaltungen statt.

Inhaltliches

Übergeordnetes Ziel ist eine fundierte Ausbildung in Systemischer Therapie, verschiedenen theoretischen Modellen, systemischen Grundannahmen und Haltungen, Behandlungstechniken, der Arbeit in unterschiedlichen Kontexten, mit unterschiedlichen Problemlagen und Störungsbildern in diversen Settings und Kompetenzen für eine kooperative Zusammenarbeit innerhalb des Gesundheitssystems. Die Weiterentwicklung der therapeutischen Kompetenzen und der Person des/der Therapeutin hat für uns einen hohen Stellenwert. Theoretische Inhalte werden praxisnah und erfahrungsorientiert mit Fallbeispielen, Demonstrationen, Videoaufnahmen und Live-Gesprächen und praktischen Übungen vermittelt. Die kontinuierliche Reflexion des Gelernten und der eigenen therapeutischen Prozesse sind weitere zentrale Bestandteile der Ausbildung.

Kontinuierliche Verbindung von Theorie, Praxis und Selbstreflexion; Durchführung der Seminare im Mehr-Tage-Setting; erfahrungsorientierte Didaktik, Vorstellung von Fallvignetten, praktische Übungen. 

 

Ausbildungsinhalte gem. der Ausbildungs- und Prüfungsordnung

Die Lerninhalte sind in der Ausbildungs- und Prüfungsordnung vorgegeben.

Ausbildungsinhalte

  • Psychologische und biologische Grundlagen der Psychotherapie, einschließlich entwicklungspsychologischer Aspekte)
  •  Konzepte über Entstehung, Aufrechterhaltung und Verlauf psychischer Störungen und psychisch mitbedingter Krankheiten
  • Definition, Diagnostik, Differenzialdiagnostik und Indikationsstellung psychischer Störungen
  • Intra- und interpersonelle Aspekte psychischer und psychisch mitbedingter Störungen in Paarbeziehungen, Familien und Gruppen
  • Prävention und Rehabilitation
  • Medizinische Grundkenntnisse für Psychologische Psychotherapeuten
  • Pharmakologische Grundkenntnisse für Psychologische Psychotherapeuten
  • Methoden wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren
  • Dokumentation und Evaluation psychotherapeutischer Behandlungsverläufe, gesetzliche Grundlagen
  • Berufsethik und Berufsrecht, medizinische und psychosoziale Versorgungssysteme, Organisationsstrukturen des Arbeitsfeldes, Kooperation mit Ärzten und anderen Berufsgruppen

 

Theorie

Auftakt der Ausbildung am hsi ist ein Blockkurs, in dem zentrale systemische Konzepte und ein Überblick über die Theorie und Techniken der Systemischen Therapien vermittelt werden. Außerdem soll in diesem und in weiteren Lehrveranstaltungen ein Verständnis für Systemdynamiken und die Bedeutung kontextueller Faktoren im Patientensystem und in beteiligten Institutionen des Gesundheitssystems entwickelt werden. 

Von Anfang an lernen die TeilnehmerInnen, systemische Gesprächsführungstechniken sicher anzuwenden, ein gemeinsames Fallverständnis mit den Patienten zu erarbeiten und gemeinschaftliche Therapieziele und einen Behandlungsplan aufzustellen.

In den weiteren Kursblöcken werden in einer integrativen Vorgehensweise verschiedene systemische Modelle, Störungsbilder und systemische Interventionen für Einzelne, Paare, Familien und Gruppen vorgestellt. Die TeilnehmerInnen lernen passende Hypothesen über die Beziehungsmuster aufzustellen und den Einfluss von deren Außenfaktoren auf das Patientensystem auf das präsentierte Problem einzuschätzen.

Im Verlauf der Ausbildung werden weitere wissenschaftlich fundierte Psychotherapieverfahren wie die Gesprächstherapie, Hypnotherapie, psychodynamische Verfahren, Verhaltenstherapie und deren zentrale Konzepte und Vorgehensweisen vorgestellt.

Zu den Hauptinhalten der meist dreitägigen Kursblöcken gehört die Vorstellung der großen Vielzahl der systemischen Behandlungstechniken und Interviewmethoden und deren Einübung. Die KursteilnehmerInnen lernen außerdem mit Systemdynamiken, mit interaktionellen Dynamiken und Konfliktmustern umzugehen Familie(n)geschichten zu erfassen und für den therapeutischen Prozess nutzbar zu machen.

Weitere Themen sind die Einschätzung von Therapieverläufen, der Umgang mit Feedback von Patienten, das Herstellen guter kooperativer Beziehungen zu anderen Helfern und Einrichtungen im Gesundheitssystem. Mit der Zeit werden die TeilnehmerInnen sicherer in der Einschätzung und dem Umgang von Systemdynamiken. Sie lernen therapeutische Prozesse systemisch zu verstehen und Diagnosen und Zuschreibungen therapeutisch nutzen sowie ggf. zu verflüssigen. Zu der diagnostischen Einschätzung gehört aus systemischer Sicht insbesondere auch die Einschätzung der Ressourcen und Stärken von Einzelpersonen, Familien und deren Subsystemen sowie diese erkennen und nutzen zu können.

Fortlaufend werden verschiedene psychische Störungsbilder, deren Ätiologie, Verlauf und Prognose sowie störungsspezifische Vorgehensweisen vermittelt. 

Zu den Ausbildungsinhalten zählen Grundkenntnisse in Psychopharmakologie, Medizin, Neurobiologie und Rechtskunde, Umgang mit Dokumentationen und Abrechnung von psychotherapeutischen Leistungen.

Ein zentraler Aspekt in der Entwicklung einer jeglichen therapeutischen Arbeit ist der Aufbau einer angemessenen konstruktiven Allianz mit Klienten. Insbesondere im Mehrpersonen- bzw. Familiensetting, in der Arbeit mit Paaren und Gruppen müssen systemische TherapeutInnen kompetent mit interaktionellen Dynamiken, Konfliktmustern und Zuspitzungen und mit unterschiedlichen Affektlagen umgehen können.

Weitere zu erwerbende Kompetenzen beziehen sich auf die therapeutische Selbstfürsorge, die Nutzung von Fallkonsultationen, Supervision und reflektierendem Team, die Abschätzung von Therapieverläufen, die Beendigung von Therapien und der Nachsorge.

 

Überblick der systemischen Lehrinhalte

 

Grundlagen der Systemtheorie 

  • Überblick Systemtheorien
  • Kybernetik erster und zweiter Ordnung
  • Definitionen von Systemen
  • Unterschiede zwischen lebenden und nicht lebenden Systemen, Organisation und Funktion von Systemen 
  • Evolution und Wandel und Erhalt von Strukturen 
  • System-Umwelt- Beziehung
  • Kommunikationstheorie
  • Entstehung und Funktion von Information
  • Unterscheidung von Inhalts- und Beziehungsebene

 

Erkenntnistheoretische Aspekte

  • Grundlagen des Konstruktivismus 
  • Selbstreferentialität und Selbstorganisation
  • autopoietische Systeme und Selbstorganisation 
  • Rolle der BeobachterIn 
  • Modellbildung, Beziehung zwischen „Landkarte“ und „Landschaft“
  • objektive Erkenntnis vs. Nützlichkeit bzw. in Bezug auf therapeutisches Handeln 

 

Grundlagen der systemischen Therapie 

  • Bedeutung des Kontextes
  • Einnehmen der Außenperspektive
  • Erkennen von Beziehungsmustern
  • Funktion von Symptomen
  • Veränderungen erster und zweiter Ordnung
  • Vergleich mit benachbarten theoretischen und therapeutischen Ansätzen
  • Entwicklungspsychologische Grundlagen
  • Salutogenese- und Resilienz

 

Modelle der systemischen Therapie

  • Strukturell-strategische Therapie
  • Mehrgenerationale Familientherapie
  • Entwicklungsorientierte Familientherapie
  • Mailänder Systemische Therapie
  • Lösungsorientierte Therapie
  • Hypnosystemische Therapie
  • Selbstorganisation- und konversionalistische Ansätze
  • Narrative Therapie
  • Markennamen-Therapie
  • Systemische Familienmedizin
  • Integrative Modelle

 

Grundlagen anderer Therapieformen

  • Hypnotherapeutische Gesprächsführung und Aufmerksamkeitsfokussierung
  • Gesprächstherapie, u.a. reflektierendes Zuhören
  • Psychodynamische Therapie u.a. zentraler Beziehungskonflikt, Arbeit mit inneren Konflikten, Mentalisierung
  • Verhaltenstherapie-operante und respondentes Lernen, Modellernen. Kognitive Umstrukturierung

 

Beziehungsmuster 

  • Muster der Grenzenbildung
  • Koalitionen
  • Konfliktmuster
  • Entscheidungshierarchien
  • Kommunikationsstile
  • Emotionale Muster
  • Wirklichkeitskonstruktionen der KlientInnen in Bezug auf Gedanken, Gefühle, Verhalten und Geschlechterrollen bei unterschiedlichen klinischen Bildern

 

Therapeutische Grundhaltungen 

  • Allparteilichkeit und Neutralität
  • Neugier, Respekt und Respekt“losigkeit“
  • Echtheit, Warmherzigkeit und Kongruenz
  • Aktivität und Zurückhaltung
  • KundInnenorientierung
  • therapeutische Verantwortung und ihre Grenzen
  • Sensibilität gegenüber den Geschlechterrollen
  • Rolle der Person des/r TherapeutIn für den therapeutischen Prozess
  • Körperorientierte Verfahren
  • Achtsamkeitsbasierte Verfahren

 

Medizinische Grundlagen

  • Neurobiologische Grundlagen
  • Psychopharmakologische Grundlagen

 

Systemische Diagnostik

  • Diagnostik auf Ebene der Person, von Familiensystemen und weiteren Systemen, insbesondere Helfersystemen
  • Störungsspezifische Diagnostik
  • Ressourcendiagnostik
  • Verlaufsdiagnostik

 

Der therapeutische Prozess 

  • Setting
  • Kontaktaufnahme
  • Hypothesenbildung
  • Erstinterview
  • Sitzungsfrequenz
  • Therapieabschluss
  • Therapieverlauf
  • Evaluierung
  • Nachuntersuchung/Katamnese
  • Dokumentation

 

Systemische Gesprächsformen und Interviewtechniken 

  • Möglichkeiten der Hypothesenbildung
  • Systemische Fragen
  • Zirkuläre Fragen
  • Gesprächsbegleitende Analyseverfahren
  • Beobachtung nonverbaler und paraverbaler Prozessmuster
  • Auftragsklärung und Kontextualisierung: Bedeutung unterschiedlicher Beziehungsangebote in unterschiedlichen Auftrags- und Überweisungskontexten 

 

Aufbau von Therapien

  • Gestaltung von Erstgesprächen
  • Therapieplanung
  • Umgang mit Krisen im therapeutischen Prozess
  • Therapieende
  • Nachbetreuung

 

Systemische Methoden und Techniken

  • Aufgaben und Verschreibungen
  • paradoxe Interventionen.
Gestaltung von Interventionen
  • Umdeutungen, positive Konnotation, Reframing
  • Metaphern und Geschichten 
  • Narrative Techniken
  • Externalisierungen
  • Rituale,
  • Aktionstechniken, Skulpturen systemische Rollenspiele
  • Gestaltungstechniken
  • Videogestützte Therapie
  • Nutzung neuer Medien
  • Formen der Teamarbeit
  • Co-Therapie
  • Split team und Reflektierendes Team

 

Systemische Therapie  bei spezifischen Störungen

  • Alkoholproblemen
  • Anpassungsstörungen
  • Ängste und Phobien
  • Anorexie
  • Bulimie
  • Burn out
  • Depression
  • Dissoziative Störungen
  • Gewalt
  • Krisenintervention
  • Körperliche Erkrankungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Psychosomatische Beschwerden
  • Psychosen und 
  • Verhaltensauffälligkeiten
  • Sexual- und Partnerprobleme
  • Schmerz
  • Sexueller Missbrauch
  • Substanzstörungen
  • Sucht
  • Suizidalität
  • Traumafolgestörungen
  • Zwangsstörungen

 

Besondere Themen

  • Arbeit mit unterschiedlichen Altersgruppen
  • Abschied, Tod und Sterben
  • Gender und Systemische Therapie
  • Bedeutung von Kultur und ethnischer Herkunft
  • Migration
  • Spiritualität und Umgang mit existenziellen Themen

 

Kontextuelle Rahmenbedingungen der Therapie 

  • Kenntnis über Helfersysteme und Einrichtungen im Gesundheitswesen, dem Sozialwesen, der Kinder- und Jugendhilfe
  • Gesetzliche Bestimmungen (BGB, SGB, PsychThG, Psychotherapie-Richtlinien, Psychotherapievereinbarung, ethische Standards der Fachverbände und Psychotherapeutenkammern)

 

Aufbau und Organisation einer Praxis

  • Abrechnungsfragen
  • EDV-Voraussetzungen

 

Anwendungsbereiche 

  • Einzeltherapie
  • Paartherapie
  • Familientherapie/Mehrpersonensetting
  • Gruppentherapie
  • Multifamiliengruppentherapie

 

Setting

  • Arbeit im stationären, teilstationären und ambulanten Setting 
  • Nutzung von Konsultation und Supervision
  • Institutions- und Organisationsberatung in klinischen, psychosozialen und pädagogischen Arbeitskontexten
  • Settingwechsel als Intervention

Selbsterfahrung – Entwicklung der Persönlichkeit als Systemische(r) TherapeutIn

Die Qualität der Patient-Therapeuten-Beziehung ist zentral für die Qualität und den Erfolg jeglicher psychotherapeutischer Arbeit. Wichtigstes Instrument für einen Wandel im therapeutischen System ist die Person des Therapeuten. Der Fokus systemischer Selbsterfahrung ist deshalb die Weiterentwicklung der Person des Therapeuten bzw. der Therapeutin. Unsere Selbsterfahrungsangebote dienen dazu eigene Muster, persönliche Anteile und Erfahrungen aus der eigenen Familiengeschichte zu erkennen und tragen konstruktiv bei für die persönliche und berufliche Entwicklung. 

Die Selbsterfahrungsseminare (insgesamt 120 h) finden in zwei fünftägigen und einem zweitätigen Seminarblock statt. Sie werden von erfahrenen SelbsterfahrungsleiterInnen durchgeführt. Kursort ist z.T. das hsi, z.T. finden sie mit verpflichtender Übernachtung an Seminarorten statt (Ort wird jeweils bekanntgegeben).

Die Praktische Ausbildung dient dem Erwerb von praktischen Kompetenzen bei der Behandlung von Patienten mit psychischen Störungen mit Krankheitswert. Sie umfasst mindestens 600 Behandlungsstunden unter Supervision, die im Schlüssel von 1:4 erfolgen soll. Mit den Behandlungen im Rahmen der Praktischen Ausbildung kann nach der erfolgreichen Zwischenprüfung und der damit verbundenen vorläufigen Erteilung der Behandlungserlaubnis begonnen werden. Die Praktische Ausbildung erfolgt in der Institutsambulanz des hsi und in den Lehrpraxen, mit denen das hsi Kooperationsverträge abgeschlossen hat.

Supervision

Die psychotherapeutischen Behandlungen im Rahmen der Praktischen Ausbildung finden unter mindestens 150 h begleitender Supervision statt. In Einzelsupervision sind mindestens 50 Stunden durchzuführen, bis zu 100 Stunden können als Gruppensupervision mit bis zu vier TeilnehmerInnen erfolgen. 

Die Supervisionsstunden sollen gleichmäßig auf den Zeitraum der Behandlungsstunden verteil werden und müssen bei mindestens drei verschiedenen anerkannten SupervisorInnen des Instituts absolviert werden, die vom hsi als Lehrsupervisor anerkannt bzw. mit denen Kooperationsvereinbarungen bestehen. Prinzipiell besteht auch partiell die Möglichkeit zur Online-Supervision über besonders geschützte Server.

 

Fallberichte und Prüfungsfälle

Während der Praktischen Ausbildung sind von den AusbildungsteilnehmerInnen schriftliche Falldarstellungen über Patientenbehandlungen, die unter Supervision stattgefunden haben, zu erstellen. Für die Zwischen- und die Abschlussprüfung sind weitere Fälle schriftlich zu dokumentieren. Zur Vorbereitung auf die Staatsprüfung findet im Rahmen der Ausbildung eine besondere Blockveranstaltung statt.

Freie Spitze oder Wahl-Pflichtangebot

Das Psychotherapeutengesetz sieht weitere 1240 h vor. Die sogenannte freie Spitze dient der Vertiefung von Wissen und Fähigkeiten in bestimmten Bereichen des psychotherapeutischen Arbeitens. Am hsi ist ein Teil davon verbindlich vorgegeben (780 h), ein Teil davon kann frei gewählt (540 h).

Verbindlich vorgeben sind:

  • nachgewiesene selbstorganisierte Peergruppe/Studiengruppe
  • Vor- und Nachbereitung von Behandlungen
  • Erstellung von Fallberichten
  • Angeleitetes Literaturstudium
  • Zwischenprüfung, mit Vorbereitungszeit
  • Abschlussprüfung mit Vorbereitungszeit (insgesamt 780 h)
  • Besuch interner systemischer Fortbildungsveranstaltungen im Rahmen an den kooperierenden Kliniken und Einrichtungen
  • optionale Zusatzseminare des hsi z.B. Traumatherapie, Gruppentherapie. Der Besuch zusätzlicher Seminare ist mit zusätzlichen Kosten verbunden)
  • Besuche von Kongressen und Tagungen, ggf. auch Workshops in anderen Ausbildungszusammenhängen
  • ggf. Überhang aus der Theorieausbildung
  • zusätzliche Behandlungsstunden im Rahmen der Praktischen Ausbildung 
  • Überhang aus der Praktischen Tätigkeit (insgesamt 640 h)

Informationen zur Approbationsprüfung finden sich unter
https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Bildung/Ausbildung/Ausbildung-Psychotherapeut/Seiten/Pruefung.aspx

und zur Approbation allgemein unter 
https://rp.baden-wuerttemberg.de/Themen/Bildung/Ausbildung/Ausbildung-Psychotherapeut/Seiten/Approbation.aspx

LehrtherapeutInnen, SupervisorInnen und Selbsterfahrungsleiter

Unsere LehrtherapeutInnen verfügen überwiegend über eine langjährige Lehrerfahrung an unserem Institut oder in Hoch- und Fachhochschulen, haben zur Systemischen Therapie geforscht und Artikel, Fachbücher und Lehrbücher veröffentlicht. Sie verfügen über eine solide Praxiserfahrung und begleiten systemische AusbildungsteilnehmerInnen seit vielen Jahren supervisorisch und mit Selbsterfahrungsangeboten. 

Entsprechend der Lehrtradition des hsi werden manche Themen durch hochqualifizierte GastdozentInnen unterrichtet, die zu verschiedenen Themenfeldern publiziert haben. Wir freuen uns besonders, unsere Approbationsausbildung in Kooperation mit Stefan Junker und Angelika Eck von der IGST Heidelberg durchführen zu können.

Andrea Ebbecke-Nohlen, Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeutin, Systemische Lehrtherapeutin. Supervisorin und Lehrende Supervisorin, Coach und Lehrender Coach

Angelika Eck, Dipl.-Psych., Lehrtherapeutin für Systemische Therapie

Christian FirusDr. med., Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Psychiatrie, Systemischer Psychotherapeut, Logotherapie und Existenzanalyse, Fachpsychotherapeut für Traumatherapie 

Werner Geigges, Dr. med., Facharzt für Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Systemischer Therapeut, Traumatherapeut, Lehrender für systemische Therapie (DGSF). Ehem. Leiter der Reha-Klinik Glotterbad

Christa Probst-Geigges, Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, Systemische Therapeutin

Andrea Goll-Kopka, Prof. Dr., Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, Psychodynamische Psychotherapeutin, Systemische Therapeutin u. Supervisorin

Markus HaunDr. med., M.Sc. (Psychologie), Facharzt für Innere Medizin

Stefan JunkerDr., Dipl.-Psych., Psychologischer Psychotherapeut, Systemischer Lehrtherapeut und Supervisor, Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie, Ausbilder für klinische Hypnose, medizinischer Hypnotherapeut (MEG), zahnärztlicher Hypnotherapeut (DGZH), EMDR-Traumatherapeut

Elisabeth Nicolai, Prof. Dr. sc. hum., Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeutin, Lehrtherapeutin für Systemische Therapie, lehrende Supervisorin

Rieke Oelkers-Ax, PD Dr. med. , FÄ f. Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Systemische Therapeutin, Leiterin des FaTz/Neckargemünd

Rüdiger Retzlaff, Dr. sc. hum., Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeut, Kinder- und Jugendpsychotherapeut, Systemischer Lehrtherapeut, Systemischer Lehrtherapeut für Kinder- u. Jugendliche, Lehrender Supervisor, Lehrender Coach, Lehrtherapeut und Supervisor für Verhaltenstherapie, Psychodynamische Therapie und Hypnotherapie

Gunther SchmidtDr. med., FA für Psychotherapeutische Medizin, Lehrtherapeut für Systemische Therapie, Hypnotherapie, Leiter des Milton-Erickson-Instituts Heidelberg, Ärztlicher Leiter SysTelios – Gesundheitszentrum Siedelsbrunn

Jochen Schweitzer, Prof. Dr. rer. soc. Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeut, Kinder- u. Jugendtherapeut, Systemischer Lehrtherapeut, Systemischer Lehrtherapeut für Kinder- u. Jugendliche, Lehrender Supervisor Lehrender Coach

Julika Zwack, Dr. sc. hum., Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeutin, Supervisorin, Coach, Lehrende Therapeutin

Mirko ZwackDr. rer. pol., Dipl.-Psych., Dipl.-Ökonom, Psych Psychotherapeut, Supervisor, Coach, Lehrender Therapeut

 

GastdozentInnen

Ulrike BorstDr. Dipl-Psych., Psych. Psychotherapeutin, Systemische Lehrtherapeutin und Lehrende Supervisorin

Günter Reich, Prof. Dr., Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeut, Kinder- und Jugendpsychotherapeut, Lehranalytiker

Joseph RieforthPD Dr., Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeut, Kinder- und Jugendpsychotherapeut, Lehrender Systemischer Therapeut, Lehrtherapeut und Lehrsupervisor für tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie 

Kirsten von SydowProf. Dr., Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendpsychotherapeutin, Systemische Therapeutin

Manfred VogtDr. Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeut, Kinder- und Jugendpsychotherapeut Lehrender Therapeut u. Supervisor (NIK, SG, DGSF) Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie und Hypnotherapie

 

Weitere SupervisorInnen und SelbsterfahrungsleiterInnen

Bernd Abendschein, Dr. 
Dipl.-Psych. Psych. Psychotherapeut, eigene Praxis für Psychotherapie, Supervision und Weiterbildung 

Hans Metsch, Dipl.-Psych., Psych. Psychotherapeut, Systemischer Supervisor

Ulrich Treiber, Dr. med., Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Systemischer Therapeut und Supervisor

Claudia Wölfer, Dr., Dipl.-Psych. , Psych. Psychotherapeutin, Systemische Therapeutin und Supervisorin

Ausbildungsstätte

Das hsi liegt in der Villa Schmeil am Schloss Wolfsbrunnenweg, in einem großen Park, auf gleicher Höhe mit dem Heidelberger Schloss etwa 20 Gehminuten entfernt. Das schöne Jugendstilhaus wurde vor über 100 Jahren von Otto Schmeil, dem Verfasser berühmter Biologielehrbücher, erbaut. Es bietet uns und unseren WeiterbildungsteilnehmerInnen – nah bei der Stadt und zugleich aller Hektik entrückt, mit weitem Blick über das Neckartal und den Odenwald – ein einzigartiges Ambiente. Ein Teil der Kurse findet außerdem in den Räumen der Ambulanz in der Lehrpraxis von Dr. R. Retzlaff im Heidelberg-Handschuhsheim statt. Supervisionen erfolgen in der Regel in der Praxis oder Einrichtung der SupervisorInnen, Selbsterfahrungskurse können außerdem in externen Seminarräumen stattfinden.

Bewerbungsverfahren

Wir empfehlen vor einer Bewerbung die Teilnahme an einem der Informationstage oder am Sommer-Intensivkurs. Für die Anmeldung zur Approbationsausbildung sind folgende Unterlagen erforderlich:

  • Bewerbungsschreiben mit Angaben zu persönlichen Motiven für die Teilnahme an einer systemischen Approbationsausbildung am hsi
  • Lebenslauf mit Lichtbild
  • Zeugnisse (Abitur, Diplom- oder M.A. in Klinischer Psychologie); ggf. bitte den voraussichtlichen Studienabschlusstermin, die Ergebnisse bisheriger Prüfungen und die ECT-Punktzahl angeben)
  • ggf. weitere Nachweise wie Praktika, FSJ 
  • Anmeldeformular 

 

Wir bitten um Einreichung per Mail und als pdf-Dokument. Bei einem Vertragsabschluss sind beglaubigte Zeugnisunterlagen in Schriftform erforderlich.
Nach Erhalt der Unterlagen laden wir Sie zu einem Bewerbungsgespräch ein, das wir gerne bei uns am hsi führen und das ca. 45 Minuten dauert. Das Gespräch dient dem wechselseitigen Kennenlernen und der Überprüfung der Erwartungen aneinander.

InteressentInnen können sich auf eine Warteliste für die Approbationsausbildung setzen lassen. Diese wird ohne Anspruch auf eine spätere Aufnahme geführt.

Kosten und Finanzierung

In der Kostenberechnung für die gesamte Approbationsausbildung sind enthalten

  • Theoretische Ausbildung (600 h)
  • Selbsterfahrung (120 h)
  • Gruppensupervision (100 h)
  • Einzelsupervision (50 h)
  • Verwaltungskosten
  • Gebühren für die Zwischenprüfung und Abschlussprüfung

Die Gesamtkosten für die Ausbildung betragen 23.450 Euro. 

Darin enthalten sind eine einmalige Aufnahmegebühr von 150 Euro sowie Prüfungsgebühren (Zwischenprüfung 200 € und Abschlussprüfung 400 € sowie 60 € für eine obligatorische Haftpflichtversicherung. Unterrichtsmaterialien (schriftliche Seminarunterlagen PDF) sowie Pausensnacks werden kostenfrei vom hsi gestellt. Kosten für Unterkunft, Verpflegung sowie Fahrkosten sind nicht enthalten.

Auf die theoretische Ausbildung entfallen 11.500 €. Nach einer Anfangsrate von 1.600 € sind im Verlauf der dreijährigen Ausbildung hinweg in monatlichen Raten von 275,– € zu zahlen. Die Kosten für die Selbsterfahrung und die Supervision werden direkt mit den SupervisorInnen und SelbsterfahrungsleiterInnen abgerechnet.

Finanzierung über die Chancen e.g. 

Als erstes psychotherapeutisches Ausbildungsinstitut in Deutschland freut es uns besonders, dass wir unseren TeilnehmerInnen der Approbationsausbildung eine Finanzierung über die Chancen e.G. anbieten können. Es gilt das Prinzip: jetzt weiterbilden, später zu einem fairen Prozentsatz und der jeweiligen Lebenssituation angepasst von den Einkünften als PsychotherapeutIn zurückzahlen. Dieses Finanzierungsmodell hat sich zur Finanzierung von Studiengängen an privaten Hochschulen in Deutschland etabliert. Wir sind froh nun zusammen mit der Chancen e.G. dazu beizutragen, dass der Zugang zur Approbation nicht eine Frage des Geldes ist. Die Zinsen für einen Ausbildungskredit können bei der Steuer geltend gemacht werden. Nähere Informationen finden sich hier: 

https://chancen-eg.de

Ansprechpartner

Ausbildungsleitung 
Dr. sc. hum. R. Retzlaff, Dipl.-Psych., PP, KJP 
info(at)ruediger-retzlaff.de

Geschäfstführerin des hsi
Katja Arnold 
katja.arnold(at)hsi-heidelberg.com

Informationsveranstaltungen

Informationsveranstaltungen 2019 

Freitag 27.09.2019 und Samstag 19.10.2019, von 10.00 – 12.00 Uhr

 

Informationsveranstaltungen 2020

Sommer-Intensivkurs
22.– 26.06.2020, von 10.00 – 13.00 Uhr

Freitag 11.09.2020 und Samstag 24.10.2020, von 10.00 – 12.00 Uhr

 

Anmeldung

Bei Interesse an dieser Ausbildung bitten wir um Anmeldung im Organisationsbüro. InteressentInnen werden im Herbst zu einem Auswahlgespräch eingeladen.

 

Kurszeiten und Kurstage der Approbationsausbildung

Die Blockveranstaltungen finden überwiegend werktags (Do – Sa oder Mo – Mi) statt. Kursbeginn ist in der Regel am ersten Tag um 10:00 h, an den Folgetagen 9:15 h, Kursende ist in der Regel 14.00 des letzten Tages.

Anrechnung und Anerkennung von Ausbildungszertifikaten (DGSF/SG)

Das Regierungspräsidium Stuttgart kann auf Grundlage gesetzlicher Regelungen nach einer Einzelfallprüfung bei klinischen PsychologInnen (Dipl.-Psych. oder M.A) eine angeschlossene Weiterbildung zum Systemischen Therapeuten mit Zertifikat der DGSF/SG teilweise anerkennen. Das hsi hat keinen Einfluss auf die Entscheidung über eine Anrechnung. 

Anerkannt werden bis zu 200 h der theoretischen Ausbildung. Falls während der systemischen Ausbildung Krankenbehandlungen in einem Schlüssel von 1:4 von einem einem/r qualifizierten systemischen SupervisorIn supervidiert wurden, kann außerdem eine Reduktion der erforderlichen Behandlungsstunden um max. 200 h beantragt werden. Die Behandlungsstunden (mit Diagnose) und die jeweils durchgeführten Supervisionsstunden müssen tabellarisch aufgeführt werden, außerdem sind Qualifikationsnachweise des Supervisors bzw. der Supervisorin erforderlich. Diese müssen approbiert sein, seit über fünf Jahren eine systemische Qualifikation besitzen und an der Krankenbehandlung teilgenommen haben und über eine mindestens dreijährige Lehrerfahrung an einer staatlich anerkannten Ausbildungsstätte oder Klinik verfügen.

Im Falle einer Anerkennung von Ausbildungszeiten müssen folgende Teile der Approbationsausbildung absolviert werden:

  • Psychotherapeutisches Praktikum I: Stationäre Psychiatrie 1200 h
  • Psychotherapeutisches Praktikum II: Psychiatrie, Psychosomatik, Lehrpraxis 600 h
  • Praktische Ausbildung 600 h (ggf. nur 400 h bei einer Anrechnung wie oben beschrieben)
  • Theoretische Ausbildung 400 h (reduziert um 200 h)
  • Selbsterfahrung 120 h

Bei einer Anerkennung reduzieren sich die Kosten für die Ausbildung entsprechend. Konkrete Details sind individuell mit dem hsi zu vereinbaren.

Ausblick

Im Herbst 2019 wird voraussichtlich die Neufassung des Psychotherapeutengesetzes in Kraft treten, das einen fünfjährigen Masterstudiengang Psychotherapie vorsieht, mit einer verfahrensspezifischen Weiterbildung nach der Approbation als Voraussetzung für eine Niederlassung (analog zur Facharztweiterbildung). Voraussichtlich werden die ersten Absolventen ab 2025 ihr Studium beendet haben.

Das hsi hat vom Regierungspräsidium auch die Anerkennung für die Approbationsausbildung Systemische Kinder- und Jugendpsychotherapie erhalten. 

Derzeit ist leider noch nicht abzusehen, wann auch die Systemische Therapie mit Kindern und Jugendlichen mit den gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden kann. Immerhin können Systemische Therapien in Baden-Württemberg im sogenannten Direktvertrag mit den großen Krankenkassen (AOK, BKK, VAG, DAK, TK) schon heute abgerechnet werden, wenn BehandlerInnen approbiert sind. Sobald abzusehen ist, dass der G-BA die Systemische Therapie als Kassenleistung anerkennt werden wir zeitnah eine solche Ausbildung anbieten.

Zusatztitel Systemische Therapie für bereits approbierte PsychotherapeutInnen

Bereits seit 2012 wurde das hsi von der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg als Ausbildungsstätte für Systemische Therapie mit Erwachsenen sowie mit Kindern und Jugendlichen anerkannt, an der der Zusatztitel Systemische Therapie von bereits approbierten Psychologischen PsychotherapeutInnen und Kinder und JugendpsychotherapeutInnen erworben werden kann. Damit bestehen bereits heute die rechtlichen Voraussetzungen, um auch nach der Neuregelung der Psychotherapeutenausbildung als Weiterbildungsstätte tätig zu sein.