Approbationsausbildung Systemische Therapie mit Erwachsenen

Nachdem Lehrtherapeuten des hsi seit 2003 maßgeblich an der wissenschaftlichen Anerkennung der Systemischen Therapie durch den Wissenschaftlichen Beirat (WBP, 2008) sowie durch das Institut für Qualitätssicherung und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG, 2017) beteiligt war und damit die sozialrechtliche Anerkennung der Systemischen Therapie durch den Gemeinsamen Bundesausschuß der Ärzte und Krankenkassen (GBA, 2018) mit ermöglicht hat, startet im Frühjahr 2020 der erste Approbationsausbildungsgang zum Psychologischen Psychotherapeuten im Vertiefungsgebiet Systemische Therapie.

Formales

Die Anerkennung durch das zuständige Regierungspräsidium Stuttgart ist erteilt. Die Ausbildung ist berufsbegleitend auf drei Jahre angelegt. Sie umfasst 600 h theoretischen Unterricht am hsi in zwei- dreitätigen Unterrichtsblöcken, Selbsterfahrung und Familienrekonstruktion (120 h), Einzel- und Gruppensupervision (150 h).

Während der Ausbildung sind die Praktische Tätigkeit (1200 h) an einer psychiatrischen Fachklinik sowie die Praktische Tätigkeit II (600 h) an einer Psychosomatischen Klinik oder in anerkannten Lehrpraxen zu erbringen. Mit entsprechenden Einrichtungen wurden Kooperationsverträge abgeschlossen.

Nach der Zwischenprüfung sind im Rahmen der Praktischen Ausbildung 600 Behandlungsstunden unter Supervision an der Ambulanz des hsi oder in Lehrpraxen zu erbringen. Die Vergütung dieser Behandlungen erlaubt eine weitgehende Refinanzie- rung der Ausbildungskosten. Ein Teil der ambulanten Behandlungsstunden kann an den kooperierenden Kliniken erbracht werden.

Teilnahmevoraussetzungen

Voraussetzung für die Teilnahme ist nach dem Psychotherapeutengesetz ein Diplom oder Magister (MA) im Studiengang Psychologie (mit dem Fach Klinische Psychologie) in einem Mitgliedsstaat der EU oder ein erfolgreich abgeschlossenes gleichwertiges Hochschulstudium der Psychologie aus anderen Ländern.
Die Klinikzeit muss innerhalb der Ausbildung als PiA (PsychotherapeutIn in Ausbildung) erbracht werden. Unter genau festgelegten Bedingungen kann eine systemische Ausbildung mit Zertifikat der DGSF oder SG anerkannt und eine Reduktion der Ausbildung von dem zuständigen Regierungspräsidium genehmigt werden.
Voraussetzung ist die Durchführung von Patientenbehandlungen während der systemischen Ausbildung unter qualifizierter systemischer Supervision (ca. jede vierte Sitzung).

Inhaltliches

Übergeordnetes Ziel ist eine fundierte Ausbildung in Systemischer Therapie. Vermittelt werden verschiedene Modelle, Grundannahmen, Haltungen und Behandlungstechniken in unterschiedlichen Kontexten und Settings, mit unterschiedlichen Problemlagen und Störungsbildern mit Kompetenzen für eine kooperative Zusammenarbeit im Gesundheitssystem. Der Weiter-Entwicklung der Kompetenzen und des/der
Systemischen Therapeut/In wird großer Stellenwert beigemessen.

LehrtherapeutInnen, SupervisorInnen und Selbsterfahrungsleiter

An dem Curriculum sind viele DozentInnen des hsi beteiligt, zusätzlich durch hochqualifizierte anerkannte externe GastdozentInnen. Ergänzend zu den Lehrtherapeuten gibt es anerkannte systemische SupervisorInnen und SelbsterfahrungsleiterInnen.

Integrative Ausrichtung

Die Ausbildungs- und Prüfungsordnung verlangt, dass der Ausbildung alle wissenschaftlich anerkannten Verfahren mit unterrichtet werden. Ein großer Teil der Lehrtherapeuten und Gastdozenten verfügt über Ausbildungen und Lehrkompetenz in weiteren Richtlinienverfahren. Die Ausbildung am hsi erfolgt integrativ, d.h. Grundkenntnisse in Gesprächstherapie, Hypnotherapie, psychodynamischer Therapie, Traumatherapie und Verhaltenstherapie werden nach einem integrativen Unterrichtskonzept innerhalb einer systemischen Orientierung vermittelt.

Ausbildung

AusbildungsteilnehmerInnen haben die Option, als Teil der sogenannten freien Spitze am hsi vertiefende Kurse u.a. in Paartherapie, Traumatherapie, Hypnotherapie u.a.m. zu belegen.

Termine und Anmeldung

Start der Ausbildung ist Frühjahr 2020.
Die genauen Termine der Seminare finden Sie bitte ab Sommer/Herbst 2019 hier.

Informationstage am Helm Stierlin Institut
Die Informationstage bieten Ihnen Gelegenheit, das Helm Stierlin Institut und einen Teil des Lehrenden-Teams kennen zu lernen und sich über den Ausbildungsgang zu informieren. Ihre persönlichen Fragen werden gerne beantwortet.

Termine für die Einführungs- und Auswahlseminare
Freitag 27.09.2019 und Samstag 19.10.2019

Bei dem Sommer-Intensivkurs (ab Seite 93) besteht ebenfalls die Möglichkeit, sich über die Approbationsausbildung zu informieren und das Institut mit seinen LehrtherapeutInnen kennen zu lernen.

Weiterbildung Zusatztitel „Systemische Therapie“

Mit der sozialrechtlichen Anerkennung der Systemischen Therapie mit Erwachsenen und der bevorstehenden Einführung von Abrechnungsziffern hat der Zusatztitel „Systemische Therapie“ der LPK Baden-Württemberg deutlich an Attraktivität gewonnen.
KollegInnen, die bereits in einem anderen Richtlinienverfahren approbiert sind, können aller Voraussicht nach mit dem Zusatztitel auch Systemische Therapien zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherungen erbringen. In Baden-Württemberg gibt es mit der AOK, DAK, BKK und TK bereits viele große Krankenkassen, mit denen Systemische Therapien in sogenannten Direktverträgen abgerechnet werden können.

Das hsi ist seit März 2014 – im Verbund mit weiteren Kliniken und Praxen als kooperierenden Einrichtungen – offiziell von der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg als systemische Weiterbildungsstätte anerkannt.
Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten mit Approbation können am hsi den Zusatztitel „Systemische Therapie“ gemäß der Weiterbildungsordnung der Landespsychotherapeutenkammer Baden-Württemberg erwerben.

Das hsi bietet in 2019 eine curriculare Weiterbildung an, die bereits approbierten Psychotherapeuten den Erwerb des Zusatztitels „Systemische Therapie“ ermöglicht. Interessenten melden sich für den Grundkurs Systemische Therapie und Beratung bei Rüdiger Retzlaff (siehe S. 39) oder für die Weiterbildung Systemische Kinder- und Jugendtherapie (siehe S. 44) an.

Sie umfasst:

Theoretische Ausbildung (analog zum Grundkurs plus Praktisches Jahr bzw. Grund- kurs plus Kinder- u. Jugendlichencurriculum) Fallarbeit unter Supervision; Fälle können an bestimmten Kliniken, an der Ambulanz des hsi, der Weiterbildungspraxis von Rüdiger Retzlaff oder in eigener Praxis erbracht werden

Systemische Selbsterfahrung Intervisionsgruppen

Innerhalb einer Übergangszeit können frühere KursteilnehmerInnen des hsi den Zusatztitel nachträglich beantragen. In der Regel sind hierfür zusätzliche Behandlungsfälle unter Supervision nachzuweisen. Bei einer entsprechenden Nachfrage ist das hsi gerne bereit, hierfür Supervisionstage anzubieten.

Weitere Informationen zum Zusatztitel sind über das Organisationsbüro und von Rüdiger Retzlaff info@ruediger-retzlaff.de erhältlich.